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Verhalten: Wie lenkbar sind wir?

Subtile Hinweise können das Handeln verändern – das hatten zahlreiche Studien im Bereich des »Social Priming« ergeben. Ihre Resultate geraten jedoch immer mehr in Zweifel.

Im Jahr 2016 luden Forscher um Doug Rohrer von der University of South Florida 180 Studen­ten zu einem Test ein: Die Probanden bekamen zwölf gleich große Scheiben, die sie als Quadrat anordnen sollten – und zwar mit jeweils fünf Scheiben pro Seite. Wenn sie nicht weiterwussten, konnten sie jederzeit nach einem Hinweis fragen. Entscheidend war aber das, was zuvor geschehen war. Noch bevor sie sich an der Aufgabe versuchen durften, mussten die Test­personen einige Worträtsel lösen. Dabei wiesen die Wissenschaftler einen Teil der Probanden subtil auf Geld hin, um zu testen, ob das ihr späteres Verhalten beeinflussen würde.

Die Versuchsleiter hatten die Freiwilligen anfangs in drei Gruppen aufgeteilt. Alle mussten aus vorgegebenen Wörtern Sätze oder Phrasen bilden. Gruppe eins und zwei erhielten »neutrale« Wörter aus verschiedenen Themenfeldern. In die Aufgaben von Gruppe drei misch­ ten die Forscher Begriffe mit Bezug zu Geld. Probanden in der Gruppe zwei saßen beim Lösen der Rätsel zudem neben einem Haufen Spielgeld.

Bei dem Experiment handelt es sich um eine der zahlreichen Untersuchungen zu »Social Priming«…

6/2020

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 6/2020

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  • Quellen

Gilder, T. S. E., Heerey, E. A.: The role of experimenter belief in social priming. Psychological Science 29, 2018

Rohrer, D. et al.: Discrepant data and improbable results: An examination of Vohs, Mead, and Goode (2006). Basic and Applied Social Psychology 41, 2019

Simmons, J. P. et al.: False­positive psychology: Undisclosed flexibility in data collection and analysis allows presenting anything as significant. Psychological Science 22, 2011

Weingarten, E. et al.: From primed concepts to action: A meta­analysis of the behavioral effects of incidentally presented words. Psychological Bulletin 142, 2016