Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Blick in die Forschung: Kurzberichte: Sonderbare Hyperschnellläufer

Wenn der explodierende Weiße Zwerg eine Supernova vom Typ Iax übersteht, kann sein Rest aus dem ursprünglichen Doppelsternsystem geschleudert werden. Sind die nun bekannten Hyperschnellläufer eine neue Klasse solcher überlebender Sterne?
Hyperschnellläufer

Supernovae vom Typ Iax treten in Doppelsternsystemen auf, bei denen ein Partner Materie an einen Weißen Zwerg abgibt (siehe SuW 3/2020, S. 30). Überschreitet dieser die Chandrasekhar-Grenzmasse, so setzt ein explosives Fusionieren des Kohlenstoffs ein. Die Grenzmasse liegt bei diesen Weißen Zwergen, die im Wesentlichen aus Kohlenstoff oder Sauerstoff bestehen, bei 1,457 Sonnenmassen.

Solche Supernovae gelten als mögliche Ursprungsorte von Hyperschnellläufern, wenn in Folge der thermonuklearen Explosion der Weiße Zwerg nicht vollständig zerstört, und sein Überrest aus dem ursprünglichen Doppelsternsystem geschleudert wird. Neben der hohen Geschwindigkeit sollten diese Sterne auch anhand ihrer chemischen Zusammensetzung identifizierbar sein. Mittels Daten des Astrometriesatelliten Gaia sowie spektroskopischer Nachuntersuchungen wurden nun einige solcher Kandidaten gefunden. Diese Hyperschnellläufer könnten somit eine eigene, neuartige Sternklasse von Supernova-Überresten bilden …

Kennen Sie schon …

Spektrum der Wissenschaft – Quanteninternet

»Spektrum der Wissenschaft« berichtet über Quanteninternet und die Zukunft sicherer Kommunikation. Außerdem im Heft: Was macht Omikron so besonders?, Open-Source-Intelligence - Digitale Spurensuche nach Kriegsverbrechen sowie Supernova.

Sterne und Weltraum – Kugelsternhaufen

Kugelsternhaufen: Tipps für Sommernächte - Gaia sieht James Webb: Weltraumteleskop fotografiert Nachbarn - Ein Jahr auf Mars: Bilanz zum Rover Perseverance - Explodierte Kuh: Superhelle Supernova strahlt noch heute

Spektrum - Die Woche – »Wir decken Kriegsverbrechen auf der ganzen Welt auf.«

In dieser »Woche« unterhalten wir uns mit einer Journalistin, die für das Recherchenetzwerk Bellingcat arbeitet. Sie erzählt uns, wie Kriegsverbrechen aufgedeckt werden – auch in der Ukraine. Außerdem beschäftigen wir uns mit zwei Mythen: einem im Gehirn und einem unter dem Antarktiseis.

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

  • Literaturhinweise

Raddi, R. et al.: Partly burnt runaway stellar remnants from peculiar thermonuclear supernovae. Monthly Notices of the Royal Astronomical Society 489, 2019