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Gesundheit : »Sport fördert das Immunsystem«

Der Neurowissenschaftler Manfred Schedlowski erzählt im Interview, warum Bewegung der Immunreaktion hilft und Stress ihr schadet. Und was er sich von der Konditionierung solcher Funktionen erhofft.
Manfred Schedlowski

Herr Professor Schedlowski, Stress gilt allgemein als Feind eines gesunden Immunsystems – stimmt das?

Im Prinzip ja, wenn man darunter soziale Belastung im weitesten Sinn versteht. Wobei wir in den letzten Jahren gelernt haben, dass es auf die Dauer ankommt. Hält der Stress nur Minuten, Stunden oder wenige Tage an, schadet er einem gesunden Immunsystem nicht, sondern bringt es eher noch auf Trab. Die bei akutem Stress ausgeschütteten Hormone wie Adrenalin aktivieren insbesondere die natürlichen Killerzellen der Immunabwehr. Diese sind als Erstes zur Stelle, wenn Viren oder Bakterien eindringen, und können diese eliminieren. Evolu­tionsbiologisch macht das Sinn, denn wenn unsere Vorfahren auf der Jagd verletzt wurden oder fliehen mussten, war es überlebenswichtig, dass das Immunsystem sofort gegensteuerte.

Was passiert bei chronischem Stress?

Eine Belastung, die Wochen, Monate oder gar Jahre andauert, unterdrückt die unspezifische und vor allem auch die spezifische Immunabwehr. Das zeigt sich unter anderem in einer verminderten Aktivierungsmöglichkeit der T- und der B-Lymphozyten ...

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