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Planetenforschung: Sprudelnde Meere aus Methan

Die Oberfläche des Saturnmonds Titan ist von Meeren bedeckt, die jedoch nur äußerlich an die Gewässer der Erde erinnern. In Wirklichkeit bestehen sie aus den chemi­schen Verbindungen Methan und Ethan, die in der eiskalten Atmosphäre in flüssiger Form vorliegen, verdunsten und dann als Regen wieder in die Meere zurückfließen. Die Verhältnisse auf der Oberfläche hat nun ein Team um Michael Malaska vom Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena im Labor nachgestellt.

Dabei zeigte sich, dass sich unter den auf Titan vorherrschenden Temperatur- und Druckverhältnissen große Mengen von atmosphärischem Stickstoff im Methan lösen. Die Gewässer auf dem Saturnmond müssten folglich wie Mineralwasser sprudeln. Denn Stickstoff neigt dazu, schon bei leichten Veränderungen der Temperatur, des Luftdrucks oder der Zusammensetzung einer Flüssigkeit auszuperlen und in Form von Blasen aufzusteigen. Und solche Veränderungen müsste es auf Titan laufend geben, etwa wenn es regnet.

Im Labor bildete sich auch Schaum, wenn der Stickstoff aus seinem Methanbad blubberte. Das könnte den Forschern zufolge bei der Erklärung eines Phänomens helfen, das die Raumsonde Cassini schon vor Jahren auf der Oberfläche des Saturnmonds beobachtete: Auf den Meeren Titans erscheinen immer wieder viele Quadratkilometer große Strukturen, die sich nach ein paar Monaten von selbst auflösen. Möglicherweise, so die Vermutung der NASA-Wissenschaftler, handelt es sich bei diesen "magischen Inseln" um riesige Blasenteppiche.

Mai 2017

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Mai 2017

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  • Quellen
Icarus 10.1016/j.icarus.2017.01.033, 2017