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Springers Einwürfe: Besonderes Kennzeichen: Kohldampf

Endlich verstehen wir, wie wir den hohen Energiebedarf unseres großen Gehirns stillen.

Wie jeder Zoobesucher sofort sieht, ist über dem Augenwulst eines Gorillas weniger Platz für ein Gehirn als hinter unserer steilen Denkerstirn. Das macht uns zu Menschen. Darauf sind wir stolz. Doch die vielen grauen Zellen brauchen viel Energie. Das menschliche Gehirn verschlingt rund ein Fünftel des gesamten über die Nahrung aufgenommenen Energiebedarfs. Wie kompensierten unsere kopflastigen Vorfahren den gestiegenen Aufwand?

Die gängige Antwort: Der Frühmensch gewöhnte sich an, Energie zu sparen. Sein aufrechter Gang war effektiver als das äffische Hoppeln, und der Verzehr von ausgegrabenen Knollen und gekochtem Fleisch entlastete sein Verdauungssystem von der Mühe, große Mengen kalorienarmer Pflanzen zu verarbeiten. Mit der gesparten Energie ließ sich ein größeres Gehirn unterhalten. Diese Erklärung fußt auf der stillschweigenden Annahme, Affe und Mensch hätten ein weitgehend ähnliches Stoffwechseltempo und ungefähr denselben Energieverbrauch. Das wird nun durch die Studie eines interdisziplinären Teams um den Anthropologen Herman Pontzer vom Hunter College in New York glatt widerlegt. ...

Juli 2016

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Juli 2016

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  • Quelle

Pontzer, H. et al.: Metabolic Acceleration and the Evolution of Human Brain Size and Life History. In: Nature 533, S. 390 – 392, 2016