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Medizin: Stammzellen gegen Multiple Sklerose



Bei der Multiplen Sklerose greift das Immunsystem in einer fehlgeleiteten Abwehrreaktion die isolierende Hüllschicht körpereigener Nervenfasern an und zerstört sie mit der Zeit. Das beeinträchtigt die Weiterleitung der Signale im zentralen Nervensystem – darunter auch die Übertragung der Befehle vom Gehirn an die Muskulatur. Die Folge sind unaufhaltsam fortschreitende Lähmungen. Forschern am Hospital San Raffaele in Mailand ist es nun jedoch an Mäusen gelungen, die Erkrankung nicht nur aufzuhalten, sondern sogar zu heilen. Die Versuchstiere litten unter experimenteller allergischer Encephalomyelitis – einem Tiermodell für Multiple Sklerose. Die Forscher spritzten ihnen adulte neuronale Stammzellen. Diese Vorläufer von Nervengewebe lagerten sich an die beschädigten Nervenfasern an und bildeten so genannte Oligodendrozyten, die das Myelin für den Wiederaufbau der isolierenden Hüllschicht produzierten. 45 Tage nach der Injektion konnten 4 von 15 kranken Mäusen wieder laufen und die übrigen 11 zeigten deutlich weniger Lähmungserscheinungen. Nun gilt es herauszufinden, ob die Methode auch beim Menschen erfolgreich ist. (Nature, 17.4.2003, S. 688)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 6 / 2003, Seite 36
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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