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Geowissenschaften: Starke Beben mit schwachen Folgen



Bis zu zwölf Meter hohe Steilstufen entstanden 1999 in Taiwan bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 auf der Richterskala. Erstaunlicherweise gab es jedoch gerade dort, wo die größten Geländesprünge auftraten, die geringsten Schäden. Dasselbe paradoxe Muster zeigte sich dann vor einem Jahr bei einem Beben der Stärke 7,9 in Alaska. Emily Brodsky und ihre Geophysiker-Kollegen an der Universität von Kalifornien in Los Angeles glauben nun eine Erklärung für das überraschende Phänomen gefunden zu haben. Demnach entstehen die gefähr­lichen hochfrequenten Erschütterungen mit hoher Beschleunigung des Bodens vor allem dann, wenn sich an einer Störung, die beim Erdbeben aufreißt, die rauen Oberflächen der Gesteinspakete aneinander reiben. Bei großen Verschiebungen gerät das Grundwasser jedoch unter Druck. Zusammen mit tonigen Sedimenten bildet es dann ein Schmiermittel, das sich zwischen die sich bewegenden Blöcke zwängt und sie auseinander presst. Die Reibung wird dadurch deutlich vermindert. Infolgedessen verläuft die Scherbewegung glatter und ruft nur relativ harmlose niederfrequente Schwingungen hervor. (Geophysical Research Letters, Bd. 30, S. 1244)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 6 / 2003, Seite 36
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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