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Opioide: Starkes Schmerzmittel ohne Suchtgefahr

Opioide gehören zu den wirksamsten Mitteln bei starken Schmerzen. Dabei können allerdings Nebenwirkungen auftreten, einschließlich übermäßiger Schmerzempfindlichkeit, Atemdepression und körperlicher Abhängigkeit. In den USA hat dies zusammen mit einer laxen Verschreibungspraxis zu einer Opioid-Krise geführt. Jetzt sind Mediziner und Pharmakologen aus den USA und Japan einer Alternative für Schmerzpatienten vielleicht einen Schritt näher gekommen: Sie konnten das kürzlich entdeckte Opioid namens AT-121 in ihrem Tierversuch an Primaten nebenwirkungsfrei verabreichen.

Die neue chemische Verbindung lindere Schmerzen bei Makaken ähnlich gut wie Morphium und unterdrücke zugleich die Suchtwirkung von Opioiden, so die Forscher. Hauptangriffspunkt verschreibungspflichtiger Schmerzmittel sei der μ-Opioid-Rezeptor: Wird er aktiviert, schwindet der Schmerz, jedoch mit den genannten Risiken. AT-121 spreche zudem ebenfalls den Nociceptin-Rezeptor an, der die schädlichen Nebenwirkungen blockiert, erläutern die Autoren. Den Forschern zufolge wirkt AT-121 schon in einer 100-mal niedrigeren Dosis als etwa Morphium.

Atemdepressionen und der typische Juckreiz blieben im Tierexperiment aus. Ob die Verbindung bei menschlichen Patienten ähnlich wirkt, ist aber noch unklar. Zunächst stehen weitere präklinische Studien an, bevor klinische Studien am Menschen beantragt werden können.

12/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 12/2018

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  • Quelle
Sci. Translat. Med. 10, eaar3483, 2018