Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Menschenevolution: Die ersten Steinwerkzeuge

Lange bevor mit der Gattung Homo Menschen auftraten, scheinen Homininen schon Steine zum Schneiden zurechtgeschlagen zu haben. Wieso setzte sich das damals noch nicht durch?
Fund von 3,3 Millionen Jahren alten SteinwerkzeugenLaden...

Heute ist das Leben für Menschen an den nordwestlichen Ufern des Turkanasees hart und entbehrungsreich. Das unwirtliche, karge Land im Norden Kenias bietet wenig Trinkwasser und kaum noch Wild. Die Tur­kana sind Hirtennomaden. Sie halten Ziegen, Schafe, Rinder, Esel, zuweilen auch ein Kamel. Vor einigen Millionen Jahren sah es hier jedoch völlig anders aus. Die Region war feuchter, grüner und voller Tiere – vermutlich eine ideale Umwelt für die Vorfahren der Menschen.

Den von ihnen anfertigten Steingeräten ist die französische Archäologin Sonia Harmand von der Stony Brook University (US-Bundesstaat New York) auf der Spur. An diesem frühen Julimorgen 2016 sitzt sie draußen an einem Klapptisch und zeigt mir ein Fragment, nicht größer als ein Fingernagel. Niemals hätte ich diesen graubraunen Stein für etwas Besonderes gehalten.

Neben der Forscherin arbeiten 15 Leute mit kleinen ­Hämmern und Meißeln im "Backofen", einer flachen Grube in einem leicht ansteigenden Hang. Sie kommen aus Kenia, Frankreich, den USA und England. Um kein vielleicht ­aufschlussreiches Steinstück zu übersehen, lockern sie das gelbbraune Sediment vorsichtig schichtweise. Noch hält eine schwache Brise die Wasserflaschen, die in einer Akazie hängen, einigermaßen kühl. Doch zum Nachmittag wird die Temperatur an dieser Ausgrabungsstätte, Lomekwi 3, 40 Grad Celsius erreichen ...

April 2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft April 2018

Kennen Sie schon …

42/2020

Spektrum - Die Woche – 42/2020

Ein Mund-Nasen-Schutz hilft nachweislich, die Ausbreitung von Viren zu verringern – warum gibt es trotzdem noch Streit darüber? Außerdem: In den USA fallen massenhaft Vögel tot vom Himmel, und Weltrekord bei der Supraleitung.

Verschwörungsmythen - Wenn Fakten geleugnet werden

Spektrum Kompakt – Verschwörungsmythen - Wenn Fakten geleugnet werden

Von der Erde als Scheibe bis zu Coronavirus-Mythen und QAnon - was bewegt Menschen, an Verschwörungen zu glauben und offenkundige Fakten zu ignorieren, sogar zu leugnen?

41/2020

Spektrum - Die Woche – 41/2020

Die Nobelpreiswoche hat am 5. Oktober begonnen. Lesen Sie mehr über die Preisträger in Medizin, Physik und Chemie. Außerdem: Das südamerikanische Pantanal brennt licherloh.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Harmand, S. et al.: 3.3-Million-Year-Old Stone Tools from Lomekwi 3, West Turkana, Kenya. In: Nature 521, S. 310-315, 2015

Proffitt, T. et al.: Wild Monkeys Flake Stone Tools. In: Nature 539, S. 85-88, 2016