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Astronomie: Sterbender Stern im Schwan



Mit bisher unerreichter Schärfe hat das Hubble Space Telescope einen so genannten Wolf-Rayet-Stern aufgenommen. Riesensterne dieses seltenen Typs stehen kurz davor, ihren Lebenszyklus in einer gigantischen Supernova-Explosion zu beenden. Diese Himmelskörper haben 10- bis 50-mal so viel Masse wie die Sonne. Außerdem sind sie bis zu einer Million- mal so leuchtkräftig und fast zehnmal so heiß. Der nun abgebildete Vertreter WR 136 hat vor 250000 Jahren in einer ersten Explosion bereits Material abgestoßen, das ihn heute als plane-tarischer Nebel umgibt. Später begann er, geladene Teilchen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 6,1 Millionen Kilometer pro Stunde ins Weltall zu schießen. Diese Partikel stoßen mittlerweile auf die Gashülle und beginnen sie zu zerreißen. Dabei entsteht ein komplexes Netzwerk aus Filamenten und dichten Knoten. Anhand des hochaufgelösten Detailbildes können Astronomen diesen komplizierten und sehr selten zu beobachtenden Vorgang nun in allen Einzelheiten studieren. Sie versprechen sich davon neue Einsichten in das Endstadium des Lebenszyklus massereicher Sterne. WR 136 liegt im Sternbild Schwan in einer Entfernung von 4700 Lichtjahren und verliert alle 100000 Jahre rund eine Sonnenmasse an Materie.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 9 / 2000, Seite 27
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH

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