Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Blick in die Forschung: Im Bild: Sternenschmiede N44

Sternentstehungsregion N44

Etwa 170000 Lichtjahre von uns entfernt, im südlichen Sternbild Schwertfisch (lateinisch: Dorado), liegt die Große Magellansche Wolke, ein Begleiter unseres Milchstraßensystems. In dieser irregulären Zwerggalaxie befindet sich der Emissionsnebel N 44, in dem zahlreiche neue Sterne entstanden oder derzeit noch dabei sind, sich zu bilden. Die massereichen Sterne von N 44 senden so viel ultraviolette Strahlung aus, dass sie das umgebende Wasserstoffgas ionisieren und zur Freisetzung von Strahlung im sichtbaren Licht und im Infraroten anregen. In dieser Region, die sich über etwa 1000 Lichtjahre ausdehnt, haben diese Sterne mit ihrer intensiven Strahlung und ihren starken Sternwinden den Nebel um sie herum schon weitgehend aufgelöst. Es ist eine »Superblase« entstanden, die sich über rund 250 Lichtjahre erstreckt. Sie ist allerdings so groß, dass es Schwierigkeiten gibt, ihre Entstehung zu verstehen, denn die gemessenen Geschwindigkeiten der Sternwinde reichen dafür im Normalfall nicht aus.

Im Umfeld der Superblase wurde ein Supernova-Überrest aufgespürt. Es gibt einen Altersunterschied von etwa fünf Millionen Jahren zwischen den Sternen innerhalb der Blase und an deren Rand, wobei die Sterne am Rand die jüngeren sind. Im Blaseninneren könnten sich in einer Art von Kettenreaktion zahlreiche extrem massereiche Sterneg ebildet haben. Sie sind aber bereits als Supernovae explodiert und haben durch ihre Stoßwellen und die zugehörigen Strahlungsschübe die Blase freigeräumt.

In der Randzone der Blase wurden bereits 40 massereiche Sterne nachgewiesen, die extrem hell leuchten und sehr heiß sind. Besonders viele Sterne befinden sich im hellblauen Bereich, etwa auf der Position »5 Uhr«. Dort bilden sich ständig weitere neue Sterne. Das Bild wurde vom Weltraumteleskop Hubble aufgenommen.

Die Bezeichnung N 44 steht für den Nebel Nummer 44 im »Catalogue of H-alpha emission stars and nebulae in the Magellanic Clouds«, auf Deutsch etwa »Katalog von H-Alpha-Strahlung aussendenden Sternen und Nebeln in den Magellanschen Wolken«. Er wurde im Jahr 1956 vom amerikanischen Astronomen und NASA-Astronauten Karl Henize (1926–1993) zusammengestellt. Henize flog im Jahr 1985 an Bord der Raumfähre Challenger während der Mission Spacelab-2, die ein Infrarotteleskop im Frachtraum des Raumschiffs einsetzte, ein einziges

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!