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Gewässerchemie: Altlasten verzögern Rückgang von Todeszonen

Unmengen Stickstoff aus Abwässern und Düngemitteln gelangen weltweit über Flüsse ins Meer und sorgen dort für Sauerstoffmangel. Weil Böden und Grundwasser überschüssige Nährstoffe speichern und nur verzögert freisetzen, kann es selbst bei einer drastisch reduzierten Stickstoffzufuhr Jahrzehnte dauern, bis sich Küstenmeere erholen.
Eutrophierungserscheinungen

Das Überangebot an Stickstoff und Phosphat in vielen Gewässern ist eines der dringlichsten Umweltprobleme im 21. Jahrhundert. Für die hohe Nährstoffbelastung sind neben ungeklärten Abwässern vor allem Viehzucht und Ackerbau verantwortlich. Seit 1950 ist der Einsatz von Düngemitteln global um das Zehnfache gestiegen. Von 1970 bis 2000 hat die Menge an Stickstoff, die Flüsse in den Ozean verfrachten, um 43 Prozent zugenommen. Mehr als Dreiviertel davon stammen aus der Landwirtschaft.

An den Küsten bewirken die überschüssigen Nährstoffe, dass sich Algen massenhaft vermehren. Wenn diese sterben, sinken sie Richtung Meeresboden. Währenddessen recyceln Bakterien die Biomasse, was aber viel Sauerstoff verbraucht. Auf diese Weise entstehen sauerstoffarme (hypoxische) Zonen, in denen Fische, Muscheln, Garnelen und andere Meerestiere nicht überleben. Seit 1950 wurden weltweit mehr als 500 solcher »Todeszonen« entdeckt. Wissenschaftler gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus, da vor allem ärmere Länder den ökologischen Zustand ihrer Gewässer oft kaum überwachen ...

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  • Quellen

Breitburg, D. et al.: Declining oxygen in the global ocean and coastal waters. In: Science 359, 10.1126/science.aam7240, 2018

Lefcheck, J. S. et al.: Long-term Nutrient Reductions Lead to the Unprecedented Recovery of a Temperate Coastal Region. In: PNAS 115, S. 3658-3662, 2018

Van Meter, K. J. et al.: Legacy Nitrogen may Prevent Achievement of Water Quality Goals in the Golf of Mexico. In: Science 360, S. 427-430, 2018