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Kinder: Streicheln lindert Schmerzen bei Babys

Müssen Säuglinge zum Blutabnehmen kurz in den Fuß gepikst werden, empfinden sie dabei offenbar weniger Schmerzen, wenn man sie unmittelbar davor sanft streichelt. Das stellten Forscher um Deniz Gursul von der University of Oxford fest, als sie die Reaktion von Neugeborenen beobachteten und parallel dazu deren Hirnaktivität mittels Elektroenzephalografie (EEG) erfassten.

Wie frühere Untersuchungen gezeigt hatten, erhöht sich die EEG-Aktivität bei Babys, wenn sie Schmerzen erleiden. Salben oder Betäubungssprays können diese Reaktion dämpfen. Aber auch Kleinkinder, die direkt zuvor mit einer weichen Bürste am Bein gestreichelt wurden, zeigten weniger starke EEG-Ausschläge, wie die jüngsten Versuche von Gursul und Kollegen nun offenbarten. Als besonders effektiv erwies sich dabei ein ganz langsames Streicheln mit einer Geschwindigkeit von rund drei Zentimetern pro Sekunde – eine Geschwindigkeit, die viele Eltern ohnehin intuitiv wählen würden, wenn sie ihre Kinder beruhigen wollen, sagt Autorin Rebeccah Slater, ebenfalls von der University of Oxford.

Die Forscher vermuten, dass spezielle sensorische Neurone in der Haut, die dafür bekannt sind, Schmerzen zu lindern, auf dieses Tempo optimal ansprechen. Als Nächstes wollen Gursul und sein Team erforschen, ob der Effekt auch bei Frühge­borenen auftritt, deren sensorisches Nervensystem sich noch entwickelt.

3/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 3/2019

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  • Quelle
Curr. Biol. 28, S. R1380–R1381, 2018