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Pharmaforschung : "Unser Gesundheitssystem betreibt Wirtschaftsförderung"

Was kosten und bringen klinische Studien? Ein Streitgespräch mit Jürgen Windeler, Leiter des Instituts für Qualität und ­Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Siegfried Throm vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller sowie dem Statistiker ­Walter Lehmacher von der Universität zu Köln.
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"Medizinischer Fortschritt beruht auf Forschung, die letztlich auch Studien am Menschen beinhalten muss." So steht es in der "De­klaration von Helsinki", in der 1964 der Weltärztebund ethische Grundsätze für die medizinische Wissenschaft festlegte. Klinische Studien sind unverzichtbar: Millionen Schlaganfall-, Alzheimer- und Parkinsonpatienten weltweit warten auf wirksame Medikamente, deren Nutzen, aber auch Risiken zuvor an Menschen getestet werden müssen. Daher durchläuft jedes neue Medikament ausgeklügelte Tests, bevor es auf den Markt kommen darf.

Der Bedarf an klinischen Studien ist also groß. Deutschland gehört zwar zu den führenden Forschungsstandorten, jedoch wird die Qualität der Studien mitunter kritisiert. Gleichzeitig kosten sie viel Geld. Für die Pharmafirmen soll sich die Entwicklung eines neuen Wirkstoffs wirtschaftlich rechnen; unser Gesundheits­system muss dennoch finanzierbar bleiben. Das seit 2011 geltende Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz soll verhindern, dass die Kosten ins Uferlose wachsen. Eine Debatte über die neurologi­sche klinische Forschung am Standort Deutschland.

Herr Professor Windeler, für Naturwissenschaftler ist es selbstverständlich, dass Erkenntnisse auf Belegen beruhen. Warum tun sich manche Ärzte mit "evidenzbasierter Medizin" schwer?

Jürgen Windeler: Bei Naturwissenschaftlern könnte man, wenn man genauer hinschaut, wahrscheinlich ähnliche Überraschungen erleben wie bei manchem Mediziner ...

3/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 3/2016

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