Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Interview: "Suche nach der Stellschraube im Stoffwechsel"

Dank einer Art "Rasterfahndung" im menschlichen Genom haben Forscher in jüngster Zeit einige Risikogene für Schizophrenie entdeckt. Lassen diese auf die Entstehungs­mechanismen der Erkrankung schließen? Ein Gespräch mit der Medizinerin ­Marcella Rietschel vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim
Marcella Rietschel
Frau Professor Rietschel, Mediziner und Neurobiologen haben in den letzten Jahren etliche Genvarianten und Hirnanomalien entdeckt, die mit Schizophrenie einhergehen. Lässt sich anhand solcher biologischen Daten vorhersagen, ob jemand an dieser Störung erkranken wird?
Nein, man findet zwar systematische Unterschiede zwischen großen Stichproben von Gesunden und Erkrankten, aber da wir bei dieser Forschung immer nur Mittelwerte vergleichen und die Unterschiede sehr klein sind, kann man für den Einzelnen nicht vorhersagen, ob er ­erkranken wird. Jemand kann also biologisch ­gesehen die ungünstigsten Voraussetzungen mitbringen und dennoch zeitlebens gesund bleiben. Wenn zum Beispiel ein erstgradig Verwandter an Schizophrenie erkrankt ist, liegt die Chance, gesund zu bleiben, immer noch bei 90 Prozent. Umgekehrt können zum Beispiel Hirnscans eines schizophrenen Patienten völlig unauffällig aussehen. Die Diagnose wird heute immer noch ausschließlich anhand klinischer Symptome erstellt ...

Kennen Sie schon …

Spektrum - Die Woche – 40/2021

In dieser Ausgabe widmen wir uns ausführlich den in dieser Woche verkündeten Nobelpreisen: Es geht um Klima, Komplexität und Katalysatoren – aber auch Gefühle kommen nicht zu kurz! Außerdem begleiten wir einen Insektenforscher auf der Jagd nach einem besonderen Schädling.

Gehirn&Geist – 11/2021

»Gehirn&Geist« berichtet über Alzheimer - Die unterschätzte Rolle des Immunsystems. Außerdem im Heft: Partnerschaft - Was jungen Eltern hilft, Nikotin - Booster fürs Denken?. KI entdeckt das Selbst, frühe Therapie bei Psychosen, Mann sein – was das heute bedeutet.

Spektrum Kompakt – Grüne Gentechnik - Chancen und Risiken für die Landwirtschaft

Fluch oder Segen? Wenige Themen polarisieren so stark wie gentechnische Verfahren. Besonders deutlich wird das beim Einsatz Grüner Gentechnik in der Landwirtschaft.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Literaturtipps
Rietschel, M.: Genetik schizophrener Störungen. In: Forum Neuroscience Schizophrenie. Thieme, Stuttgart 2006.

Kircher, T., Gauggel, S.: Neuropsychologie der Schizophrenie. Springer, Heidelberg 2008.