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Assassinen: Terror aus den Bergen

Die schiitische Sekte der Assassinen versetzte fast zwei Jahrhunderte lang den Nahen Osten mit Attentaten in Furcht und Schrecken. Die Parallelen zum Terror extremistischer Moslems unserer Tage sind dennoch nur oberflächlich.
Sultan Sandschar hatte sich zu Beginn des 12. Jahrhunderts n. Chr. vorgenommen, den Sektierern in ihren Burgen den Garaus zu machen. Ein für alle Mal wollte er den widerspenstigen Ismailiten, die sogar unter den übrigen Schiiten nicht besonders beliebt waren, zeigen, wer im Norden Persiens das Sagen hatte: nämlich er selbst als der türkisch-seldschukische Herrscher.

Der Führer der Sekte, Hassan-i Sabbah, hatte Gesandte zum Sultan geschickt, um einen Friedensschluss zu erreichen. Die kamen aber ohne Ergebnis zurück. Der türkische Herr war entschlossen, die Glaubensgemeinschaft in die Schranken zu weisen, wenn nicht gar ihre Ketzerei mit Stumpf und Stiel auszulöschen.

Eines Morgens, bald nachdem der Sultan das Friedensangebot Hassans zurückgewiesen hatte, erwachte Sandschar und sah neben seinem Bett einen Dolch im Boden stecken. Er war mehr als beunru­higt. Nicht nur, weil es jemand offenbar bewaffnet bis in sein Schlafgemach geschafft hatte, sondern auch, weil er nicht wusste, wer so dreist sein könnte. Tage darauf erreichte ihn wieder ein Mann Hassans mit einer neuen Botschaft: »Wäre ich dem Sultan nicht wohlgesinnt, so hätte jener Dolch statt im harten Boden in seiner weichen Brust gesteckt.«

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