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Computerspielsucht : »Betroffene in der analogen Welt verankern«

Der Psychotherapeut Jan Dieris-Hirche von der Medienambulanz der Universität Bochum behandelt täglich Menschen, die das Zocken nicht lassen können – und weiß, welche speziellen Probleme sich dabei ergeben.
Jan Dieris-Hirche

Herr Dr. Dieris-Hirche, die Mehrheit der Jugend­lichen und jungen ­Erwachsenen in Deutschland spielt in ihrer Freizeit Computerspiele. Wieso werden manche süchtig danach?

Bei der Entstehung einer Abhängigkeit sind etliche Faktoren relevant, zum Beispiel ungünstige biografische Erfahrungen. Häufig können Betroffene schlecht mit Problemen und Konflikten umgehen, haben wenig soziale Kompetenzen entwickelt und sprechen stark auf die verführerischen Spielstrategien der Softwareentwickler an. Daneben spielen soziale Probleme eine wichtige Rolle: Das kann etwa eine Mobbingerfahrung in der Schule oder die Scheidung der Eltern sein. Häufig kommen die Heranwachsenden, die sich an unsere Medienambulanz wenden, aus überbehütenden Familienstrukturen, die es ihnen erschweren, selbstständig zu werden. Aber auch das Fehlen von sicheren Bezugspersonen gilt als Risikofaktor, also von Eltern, Freunden und Lehrern, denen der Jugendliche vertraut und die ihn unterstützen ...

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