Direkt zum Inhalt

Tiermodelle: Was Mäuse uns über Depressionen lehren

Experimente mit Tieren können helfen, psychische Krankheiten besser zu verstehen und zu behandeln.
RatteLaden...

Wer jemals beobachtet hat, wie ein Hund freudig sein Herrchen begrüßt oder wie Kühe um ein verstorbenes Kalb trauern, der weiß intuitiv: Tiere sind keine tumben, gefühllosen Wesen. Und in der Wissenschaft gilt ebenfalls längst als anerkannt, dass nicht nur Menschen, sondern auch Tiere über Emotio­nen verfügen. Genau das will man sich für die Erforschung psychischer Erkrankungen wie Depression zu Nutze machen.

Da Tiere sich uns nicht durch Sprache mitteilen, können wir lediglich aus ihrem Verhalten auf ihr Innenleben schließen. Besonders deutlich wird das bei Furcht und Angst, wie jeder Haustierbesitzer bestätigen wird. Eine ängstliche Katze etwa legt die Ohren an, sträubt ihr Fell und biegt ihren Schwanz derart, dass er an eine ­Flaschenbürste erinnert. Hilft dieses "Größermachen" nicht, versteckt sich das Tier und macht sich möglichst klein. Ein Kaninchen, das Furcht empfindet, wird dagegen Haken schlagend die Flucht ergreifen und mit den Hinterläufen trommeln.

Gerade Tiere in freier Wildbahn können nur mit Hilfe dieser Basisemotionen überleben. Ein Hase, der keine Angst vor einem Fuchs hat, oder eine Maus, die beim Anblick einer Katze nicht die Flucht ergreift, wird nicht lange leben.

Furcht und Angst sind im Labor einfach zu untersuchen ...

Dieser Artikel beruht auf einen am 13. Mai 2015 gehaltenen Vortrag des 19. Berliner Kolloqiums der Daimler und Benz Stiftung.
Dossier 1/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Dossier 1/2016

Kennen Sie schon …

36/2019

Spektrum - Die Woche – 36/2019

In dieser Ausgabe widmen wir uns der Toxoplasmose, dem Altern und der Utopie.

Sport - Warum Bewegung gesund ist

Spektrum Kompakt – Sport - Warum Bewegung gesund ist

Bewegung ist gesund, daran herrscht wohl kein Zweifel. Und die gesundheitsfördernden Effekte reichen weiter, als manche vielleicht denken - von positiven Effekten aufs Immunsystem bis hin zu erfolgreichen Präventionsprogrammen bei Jugendlichen.

27/2019

Spektrum - Die Woche – 27/2019

In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Bier, dem Gehirn und einer Eigen-OP.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Cryan, J. F., Holmes, A.: The Ascent of Mouse: Advances in Modelling Human Depression and Anxiety. In: Nature Reviews Drug Discovery 4, S. 775-790, 2005

Enkel, T. et al.: Ambiguous Cue Interpretation is Biased Under Stress- and Depression-Like States in Rats. In: Neuropsychopharmacology 35, S. 1008-1015, 2010

Krishnan, V., Nestler, E. J.: The Molecular Neurobiology of Depression. In: Nature 455, S. 894-902, 2008

Nestler, E. J. et al.: Neurobiology of Depression. In: Neuron 34, S. 13-25, 2002

Vollmayr, B., Gass, P.: Learned Helplessness: Unique Features and Translational Value of a Cognitive Depression Model. In: Cell and Tissue Research 354, S. 171-178, 2013