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Trypophobie: Igitt, Löcher!

Empfinden auch Sie beim Anblick von Löchern und Rissen übermäßigen Ekel? Womöglich steckt hinter dem Phänomen ein evolutionärer Schutzmechanismus.
Rundes Loch im EisLaden...

Julia war etwa elf Jahre alt, als es zum ersten Mal passierte. Nach der Schule kam sie in die Wohnung ihres Vaters in Malmö, Schweden, setzte sich aufs Sofa und schaltete den Fernseher ein. Am Bildschirm erschien ein Cartoon-Mann mit einem enormen Kopf. Auf seinem Kinn hatte er riesige Risse. Julia ekelte der Anblick so sehr, dass sie sich fast übergeben musste. Sie schloss ihre Augen und wechselte schnell den Kanal.

Seither sieht sie etwa alle drei oder vier Monate etwas, was sie einfach nicht ertragen kann. Manchmal sind es Risse, ein andermal Muster von Löchern und Punkten oder Szenen aus Unterwasser-Fernsehfilmen, die zum Beispiel Gruppen von Seepocken zeigen. Einmal telefonierte sie gerade, als sie etwas so Schreckliches sah, dass sie ihr Handy quer durch den Raum warf. Niemand, den sie kannte, schien diese seltsame Reaktion zu haben. Was war mit ihr los?

Eines Tages, sie war mittlerweile Anfang 20 und lebte in London, kam ihr damaliger Freund nach der Arbeit durch die Haustür. »Julia!« rief er. »Ich weiß jetzt, was du hast!«…

3/2020

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 3/2020

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  • Quellen

Cole, G. G., Wilkins, A. J.: Fear of holes. Psychological Science 24, 2013

Kupfer, T. R., Le, A. T. D.: Disgusting clusters: Trypophobia as an overgeneralised disease avoidance response. Cognition & Emotion 32, 2018

Kupfer, T. R., Fessler, D. M. T.: Ectoparasite defence in humans: Relationships to pathogen avoidance and clinical implications. Philosophical Transactions B 373, 2018