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Weisheit: Tugend forscht

Woran erkennt man einen weisen Menschen? Was macht Lebensklugheit aus? Und lässt sie sich lernen? Eine überraschende Antwort von Psycho­logen lautet: Weisheit ist kein Privileg des Alters, sondern formt sich schon in jungen Jahren.
Hand aufs Herz, wie viel Weisheit steckt in Ihnen? Eine Fangfrage, zugegeben – denn wer von sich behauptet, er sei weise, beweist damit geradezu das Gegenteil. Wahre Tugend brüs­tet sich nicht. Nächster Versuch: Stellen Sie sich vor, Sie hätten den "Athene-Orden für besondere Weisheit" zu vergeben. Sie dürfen ihn aber nur einer Person verleihen, die Sie persönlich kennen. Denken Sie an Ihre Familie, Ihre Freunde – auf wen fiele Ihre Wahl? So merkt man schnell, "weise sein" kann vieles bedeuten.
Gemeinhin schmückt dieses Prädikat Ikonen der Nächstenliebe wie Mutter Teresa oder den Dalai-Lama, Geistesgrößen vom Format Albert Einsteins oder sturmerprobte Staatsmänner wie Altkanzler Helmut Schmidt. Aber Menschen wie du und ich – können auch sie weise sein? Wenn ja, wie und wann äußert sich das?
Solche Fragen beschäftigen heute eine Schar empirisch arbeitender Psychologen, die eine alte Domäne der Tugendphilosophen erobern ...
Dezember 2009

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Dezember 2009

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  • Quellen
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Buchtipp

Scobel, G.: Weisheit. Über das, was uns fehlt. DuMont, Köln 2008.