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Blickfang: Tumor oder nicht?

Soll ein Hirntumor bei einem Patienten entfernt werden, muss der Chirurg wissen, welches Gewebe krank ist und welches gesund. Das ist allerdings gar nicht so leicht: Zu erkennen, wo die Grenze zwischen beidem verläuft, erfordert viel Erfahrung und schrittweises Vorgehen. Bislang muss bei einer Hirn-OP stets erst eine Gewebeprobe entnommen und aufwändig präpariert werden. Bis der Pathologe feststellt, ob es sich um Tumorgewebe handelt und ob die Operation fortgesetzt werden kann, vergeht so oft bis zu einer halben Stunde.

Forscher an der University of Michigan haben nun eine neue Technologie getestet, die sehr viel schnellere und exaktere Einblicke in das Hirn­gewebe liefert. Unter dem so genannten Stimulated-Raman-­Scattering-­Mikroskop wird dabei während einer OP das kritische Gewebe mittels Laserstrahlen gescannt. Die Aufnahmen zeigen zwei solcher Scans eines Patienten: Tumorgewebe mit vielen Krebszellen und gesundes Gewebe mit vielen Axonen und wenigen Zellen. Das neue Verfahren ermöglicht es mit ­größerer Sicherheit, alle Tumorzellen zu entfernen und das umliegende Nervengewebe zu schonen. (mha)

Ji, M. et al.: Detection of Human Brain Tumor Infiltration with Quantitative Stimulated Raman Scattering Microscopy. In: Sci. Transl. Med. 7, 309ra163, 2015

1/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 1/2016

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