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Mikrobiologie: Unabsichtlich erzeugte Killerviren



Die australischen Forscher wollten eigentlich nur einen schwangerschafts-verhütenden Impfstoff für Mäuse entwickeln. Dazu immunisierten Ron Jackson und Ian Ramshaw die Tiere gegen die Proteine ihrer eigenen Eizellen, indem sie die Gene dafür vom Mäusepocken-Virus übertragen ließen. Um die Produktion von Antikörpern zusätzlich anzuregen, fügten sie in das Erbgut des Virus zudem ein Gen ein, das den Signalstoff Interleukin-4 produziert. Zur ihrer Überraschung brach das Immunsystem der Mäuse daraufhin zusammen. Obwohl die Tiere auf Resistenz gegen das Virus gezüchtet worden waren, erkrankten alle und waren innerhalb von neun Tagen tot. Selbst von den Mäusen, die zusätzlich geimpft worden waren, starb die Hälfte. Weil auf dieselbe Art auch humanpathogene Viren schärfer gemacht werden könnten, publizierten Jackson und Ramshaw die Ergebnisse erst nach Absprache mit dem Verteidigungsministerium ihres Landes. "Wir möchten anderen Forschern klar machen, dass sie vorsichtig sein sol-len – denn es ist nicht allzu schwierig, bedrohliche Organismen zu erschaffen", erklärte Jackson. (Journal of Virology, Bd. 75, S. 1205)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 3 / 2001, Seite 26
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
3 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 3 / 2001

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