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Geistesblitze - Partnerschaft: Unbewusstes Verlangen

Bei Befragungen äußern sich sexuell besonders aktive Paare kaum zufriedener mit ihrer Beziehung als jene, die wenig Geschlechtsverkehr haben – doch die unbewussten Reaktionen fallen deutlich verschieden aus, entdeckte ein Team um Lindsey Hicks von der Florida State University. Die Forscher hatten 108 frisch verheiratete Paare zunächst umfassend zu ihrem Liebesleben und ihrer allgemeinen Zufriedenheit befragt. Anschließend sollten die Probanden in einem Test am Computer per Knopfdruck entscheiden, ob ein Begriff positiv oder negativ besetzt ist – nachdem sie zuvor etwa eine Drittelsekunde lang ein Foto von Partner oder Partnerin oder einer neutralen Person gesehen hatten. Wer seinem Lebensgefährten gewogen ist, so die Annahme des Tests, reagiert schneller, wenn auf dessen Bild ein positiver Begriff folgt. Ein negativ besetztes Wort bremst die Reaktion.

Dieser Effekt trat tatsächlich bei jenen Paaren am stärksten auf, die laut Fragebogen viel Sex miteinander hatten. Dagegen konnten die Forscher keinen Zusammenhang zwischen der bewussten Bewertung der Beziehungsqualität und der Sexhäufigkeit ausmachen. Hicks und ihr Team schließen daraus, dass solche Antworten von Moral- und Wunschvorstellungen beeinflusst sind und Tests unbewusster Assoziationen womöglich bessere Aussagen über die Qualität von Beziehungen erlauben. (lf)

Psychol. Sci. 10.1177/0956797616638650, 2016

7/2016

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 7/2016

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