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Erschöpfung: Ungewöhnliches Hormonprofil

Wissenschaftler um Begoña Ruiz-Núñez von der Reichsuniversität in Groningen sind auf einen Zusammenhang zwischen dem chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS, von chronic fatigue syndrome) und einer Störung der Schilddrüsenfunktion gestoßen: Bei Menschen mit CFS scheint die Konzentration der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) im Blut niedriger zu sein als bei gesunden Kontrollprobanden.

Dieses Muster zeigt sich auch bei Patienten mit einer Schilddrüsenunterfunktion, die sich unter anderem in Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Konzen­trationsschwäche äußert. Bei den Betroffenen ist allerdings meist zusätzlich der Spiegel des Thyreoidea stimulierenden Hormons (TSH) erhöht.

Bei Probanden mit CFS konnten die Forscher keine erhöhten TSH-Werte finden  dafür stießen sie auf höhere Konzentrationen des so genannten reversen T3 (rT3), das eine biologisch inaktive Form von T3 dar­stellt. Womöglich wird das chronische Erschöpfungssyndrom durch eine verminderte Aktivität der Schilddrüsenhormone hervorgerufen, ohne dass eine klassische Schilddrüsenerkrankung vorliegt.

Ob ein kausaler Zusammenhang zwischen der Hormonkonzentration und der Entstehung von chronischer Müdigkeit existiert, bleibt auf Basis der Studiendaten jedoch unklar. Um wirklich aussagekräftig zu sein, müssen die Ergebnisse erst in Untersuchungen mit größeren Probandengruppen wiederholt werden.

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  • Quelle
Front. Endocrinol. 10.3389/fendo.2018.00097, 2018