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Teenager: Unglückliche Smartphone-Junkies

Besonders zufriedene Jugendliche beschäftigen sich etwas weniger als eine Stunde pro Tag mit Ge­räten wie Smartphone und Co. Das zeigt eine Untersuchung von Forschern um Jean M. Twenge von der San Diego State University. Sie analysierten die Daten einer großen US-amerikanischen Längsschnittstudie, an der mehr als eine Million Teenager in der 8., 10. und 12. Schulklasse teilnahmen. Die Probanden wurden unter anderem zu Techniknutzungsverhalten und Freizeitgestaltung befragt sowie dazu, wie zufrieden sie sich insgesamt mit ihrem Leben fühlten.

Dabei zeigten sich Jugendliche, die oft vor dem Bildschirm hockten – sei es zum Computerspielen, Chatten oder Surfen in sozialen Netzwerken –, weniger glücklich als Altersgenossen, die lieber Bücher lasen, Sport trieben oder sich mit ihren Freunden von Angesicht zu Angesicht trafen. Die zufriedensten Teenager der Stichprobe verbrachten etwas weniger als eine Stunde täglich in der digitalen Welt. Je länger die Teilnehmer Mobilgeräte und Computer darüber hinaus benutzten, desto unglücklicher waren sie im Schnitt. Twenge rät deshalb dazu, den digitalen Medienkonsum auf maximal zwei Stunden pro Tag zu beschränken.

Ob der Gebrauch von Smartphone und Co tat­sächlich unglücklich macht oder ob nicht umgekehrt unzufriedene Menschen eher in die digitale Welt flüchten, lässt sich anhand der Daten nicht beurteilen. Jean Twenge tippt auf Ersteres. "Obwohl unsere Untersuchung keine Kausalzusammenhänge aufzeigen kann, deuten andere Studien beispielsweise darauf hin, dass eine gesteigerte Nutzung von sozialen Medien zu mehr Unzufriedenheit führt, Unzufriedenheit aber nicht unbedingt zu einer gesteigerten Nutzung sozialer Netzwerke." In der Vergangenheit sind Forscher bereits mehrfach auf eine Verbindung zwischen Lebenszufriedenheit und digitalem Medienkonsum gestoßen.

4/2018

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 4/2018

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  • Quelle
Emotion 10.1037/emo0000403, 2018