Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Genetische Psychologie: Unser flexibles Erbe

Wie sich ein Mensch entwickelt, bestimmen die Gene maßgeblich mit. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Denn umgekehrt können tief greifende Erfahrungen auch unsere Erbanlagen beeinflussen – und sogar dauerhaft verändern.
Jedes Kind lernt heute in der Schule: Unsere Erbanlagen geben die genauen »Bauanleitungen« für sämtliche Eiweißmoleküle unseres Körpers vor. Diese wiederum regeln als Transporter, Pumpen, Signalempfänger, Enzyme und vieles mehr quasi den gesamten Stoffwechsel. Letztlich – so die verbreitete Ansicht unter Laien wie Fachleuten – kommt den Genen also die Rolle der »Oberkommandierenden« im Organismus zu. Demnach würden die Erbanlagen nicht nur festlegen, wie wir aussehen, sondern auch, wie unser Körper funktioniert. Selbst das Spektrum unseres Verhaltens – als Resultat der Gehirn- tätigkeit – wäre genetisch mehr oder weniger vorbestimmt. Doch die Vorstellung von der Allmacht der Gene beruht auf einem Missverständnis. Denn Gene funktionieren nicht nach einem starren Prinzip. Vielmehr arbeiten sie äußerst flexibel, angepasst an unsere aktuelle Lebenssituation und beeinflusst von unseren bisherigen Erfahrungen …

Kennen Sie schon …

Gehirn&Geist – Perfektionismus - Ein Risikofaktor für psychische Erkrankungen?

Rund 30 Prozent der Erwachsenen zeigen perfektionistische Tendenzen – doch oft hat dies auch seinen Preis. Perfektionismus kann ein Risikofaktor für psychische Erkrankungen sein. Wir berichten, wie ein gesunder Umgang mit den eigenen hohen Ansprüchen gelingen kann und welche Form von Perfektionismus Eltern vermeiden sollten, um ihre Kinder zu entlasten. Außerdem werfen wir einen Blick auf die langen Wartezeiten in der Psychotherapie, beleuchten, ob Ohrstöpsel tatsächlich den Schlaf verbessern, und fragen, wie wir möglichst lange gesund leben können.

Spektrum - Die Woche – Der Traum vom perfekten Ich

Der Markt für Persönlichkeitsentwicklung boomt – doch viele Methoden arbeiten pseudowissenschaftlich. Erfahren Sie, was Psychologie über Veränderbarkeit wirklich weiß und wo Risiken liegen. Außerdem: warum Hunger Launen verändert, Europas tiefste Schlucht und neuromorphe KI‑Chips aus Deutschland.

Spektrum Kompakt – Persönlichkeit

Was verraten die Persönlichkeitstypen der MBTI oder der Big Five über uns? Recht wenig: Persönlichkeiten sind so einzigartig, dass sich kein Durchschnittstyp finden lässt. Dafür deutet der Wohnort auf bestimmte Charakterzüge hin. Und People Pleaser aufgepasst: Harmoniesucht kann man abtrainieren.

  • Infos
Literaturtipps

Barrot, M. et al.:Regulation of Anxiety and Initiation of Sexual Behavior by CREB in the Nucleus Accumbens. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 102(23), 2005, S. 8357-8362.  

Bauer, J.: Das Gedächtnis des Körpers. Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern. München: Piper TB 2004.

Bauer, J.: Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone. Hamburg: Hoffmann und Campe 2005.

Bauer, J.: Prinzip Menschlichkeit. Warum wir von Natur aus kooperieren. Hamburg: Hoffmann und Campe 2006.

Francis, D. D. et al.: Epigenetic Sources of Behavioral Bifferences in Mice. In: Nature Neuroscience 6(5), 2003, S. 445-446.

Fries, A. B. et al.:Early Experience in Humans is Associated with Changes in Neuropeptides Critical for Regulating Social Behavior. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 102(47), 2005, S. 17237-17240.

Insel, T. R., Fernald, R. D.: How the Brain Processes Social Information: Searching for the Social Brain. In: Annual Review of Neuroscience 27, 2004, S. 697-722.

Insel, T. R.: Is Social Attachment an Addictive Disorder? In: Physiology & Behavior 79(3),2003, S. 351-357.

Moles, A. et al: Deficit in Attachment Behavior in Mice Lacking the µ-Opioid Receptor Gene. In: Science 304(5679), 2004: S. 1983-1986.

Rampon, C. et al.:Effects of Environmental Enrichment on Gene Expression in the Brain. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 97(23), 2000, S. 12880-12884.

Renner, M. J., Rosenzweig, M. R.: Enriched and impoverished environments: Effects on brain and behavior. Recent Research in Psychology. Heidelberg: Springer Verlag 1987.

Weaver, I. C. G. et al.: Epigenetic Programming by Maternal Behavior. In: Nature Neuroscience 7(8), 2004, S. 847-854.

Zubieta, J.-K. et al.: Placebo Effects Mediated by Endogenous Opioid Activity on µ-Opioid Receptors. In: Journal of Neuroscience 25(34), 2005, S. 7754-7762.

Schreiben Sie uns!

1 Beitrag anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.