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Intelligenzforschung: "Unsere Gene suchen sich die Umwelt, die zu ihnen passt"

Frank M. Spinath ist einer der profiliertesten Verhaltensgenetiker in Deutschland. Der Psychologe von der Universität Saarbrücken erklärt, warum unsere geistigen Gaben uns zu einem Gutteil in die Wiege gelegt sind - und dennoch kein Schicksal bedeuten.
Frank M. Spinath

Herr Professor Spinath, wie erblich ist Intelligenz?
Intelligenz ist zu einem hohen Maß erblich, ­daran gibt es keinen Zweifel. Allerdings glaube ich, dass man erklären muss, was das eigentlich bedeutet. Denn in den letzten Jahren hat vor allem ein großes Missverständnis die Diskussion über ererbte oder erworbene Anteile unseres ­kognitiven Leistungsvermögens vergiftet: "Erblich" wird häufig mit "unveränderlich" oder "vorherbestimmt" gleichgesetzt. In vielen Köpfen herrscht die Idee vor, wenn etwas genetischen Einflüssen unterliegt, dann haben die Gene dafür gesorgt, dass das jeweilige Merkmal nur so und nicht anders ausfallen konnte – egal, was der betreffende Mensch in seinem Leben ­anstellt. Das ist Unsinn.
Was bedeutet Erblichkeit in Sachen Intelligenz stattdessen?
Sie beschreibt den Anteil genetischer Faktoren am Zustandekommen von Unterschieden zwischen Menschen ...

4/2013

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 4/2013

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  • Literturtipp
Spinath, F. M.: Intelligenz­forschung: Fluch oder Fortschritt 2.0. In: Rost, D. H. (Hg.): Intelligenz, Hochbe­gabung, Vorschulerziehung, Bildungsbenachteiligung. Waxmann, Münster 2010, S. 11-35
Die Erbe-Umwelt-Debatte aus Sicht eines Intelligenzforschers