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Autismus: Unterschätzte Außenseiter

Massiv geistig behindert, unfähig ein erfülltes Leben zu führen – so lautet das gängige Klischee über Autisten. Neue Studienergebnisse sprechen jedoch eine andere Sprache: Viele Betroffene seien schlicht nur ein bisschen anders.
Ein kleiner Test zum Aufwärmen: Sie sehen ein Kind weinend vor einem abgebrannten Haus stehen – die Arme hängen schlaff am Körper herab, Angst zeichnet sich im Gesicht ab. Was empfinden Sie? Die meisten Betrachter können intuitiv nachvollziehen, was das Kind fühlt, ja sie entwickeln oft selbst ähnliche Emotionen: Sie haben Mitleid.
Autisten gelten landläufig als unfähig zu solchen Gefühlsreaktionen. Die Betroffenen scheinen vor allem in sozialer und emotionaler Hinsicht in ihrer eigenen, isolierten Welt zu leben. Sie gelten als behindert, da sie so vieles typisch Menschliche vermeintlich nicht können, an so vielen Dingen keinen Anteil haben. Der Grund für dieses Vorurteil: Die öffentliche Wahrnehmung von Autismus beschränkt sich traditionell auf schwer betroffene Kinder, die mitunter tatsächlich geistig zurückgeblieben und extrem verhaltensauffällig sind …
Juli/August 2007

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist Juli/August 2007

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Literaturtipps

Frith, U.: Autism. Explaining the Enigma (Cognitive Development). Oxford: Blackwell Publishing 2003 (2. Aufl.).

Hermelin, B.: Rätselhafte Begabungen. Eine Entdeckungsreise in die faszinierende Welt außergewöhnlicher Autisten. Stuttgart: Klett-Cotta 2002.

Klicpera, C., Innerhofer, P.: Die Welt des frühkindlichen Autismus. München, Basel: Ernst Reinhardt 2002 (3. Aufl.).

Schirmer, B.: Elternleitfaden Autismus. Stuttgart: Trias Verlag 2006.

Schuster, N.: Ein guter Tag ist ein Tag mit Wirsing – das Asperger-Syndrom aus der Sicht einer Betroffenen. Berlin: Weidler 2007.