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Geologie/Klima: Unterschätzte Katastrophe



Heiße Lava überflutete in riesigen Strömen große Teile Sibiriens und Treibhausgase erfüllten die Luft, als vor etwa 250 Millionen Jahren ein vulkanisches Inferno losbrach. Viele Wissenschaftler sehen in dieser Katastrophe die Ursache einer drastischen globalen Klimaänderung im ausgehenden Perm, die das schlimmste Massensterben der Erdgeschichte verursachte: Rund siebzig Prozent der Landlebewesen und bis zu neunzig Prozent der Meerestiere gingen zu-grunde. Andere Forscher vermuten allerdings einen kilometergroßen Meteoriten, der auf der Erde einschlug, als Killer. Die zu kilometerdicken Basaltdecken erstarrten ehemaligen Lavafluten auf der sibirischen Plattform, die so genannten Trapps, bedecken heute eine Fläche von der Größe Europas. Wie nun ein britisch-russisches Forscherteam herausfand, hatten sie einst aber mindes-tens die doppelte Ausdehnung. Die Forscher stießen bei der Analyse von Bohrkernen aus dem Westsibirischen Becken auf Trapp-basalt in tieferen Schichten. Er hatte dasselbe Alter und die gleiche chemische Zusammensetzung wie der weiter östlich liegende. Die neue Erkenntnis ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die in verheerendem Vulkanismus die Ursache der Klimakatastrophe am Ende des Perms sehen. (Science, Bd. 296, S. 1846)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 8 / 2002, Seite 46
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
8 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 8 / 2002

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