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Paläontologie: Urvogel mit vier Flügeln



Microraptor gui heißt das neue Urgetier, dessen Entdeckung die Diskussion über den Ursprung des Vogelfluges neuerlich anfacht. Vor 124 bis 128 Millionen Jahren schwang sich der etwa 80 Zentimeter große Dinosaurier von Baum zu Baum. Die kräftig ausgebildeten Vorder- und Hintergliedmaßen des Theropoden waren anders als bei dem älteren Archaeopteryx komplett befiedert. Weit ausgebreitet bildeten sie so einen perfekten Gleitschirm. Zum aktiven Schlagen waren die vier Flügel jedoch noch nicht geeignet. Das zumindest vermuten Xing Xu und seine Mitarbeiter an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking, die gleich sechs Fossilien der baumlebenden Saurier in der Provinz Liaoning gefunden haben. Die Federn an den Hinterbeinen dürften für einen schnellen Start am Boden zu lang gewesen sein und wären dreckverklebt aerodynamisch unbrauchbar geworden. Damit stützt der neue Fund die Theorie, das Flugvermögen der Vögel habe sich aus dem Gleiten entwickelt. (Nature, 23.1.2003, S. 335)

Aus: Spektrum der Wissenschaft 3 / 2003, Seite 37
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
3 / 2003

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 3 / 2003

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