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Philister: Verkanntes Kulturvolk

Den Autoren der Bibel galten sie als Erzfeinde und unkultivierte Barbaren. Die archäologischen Funde jedoch zeichnen ein differenzierteres Bild der Philister.

Ekron, Gath, Gaza, Aschdod und Aschkelon sind fünf Namen, die wohl jeder biblische Archäologe im Schlaf herbeten kann. Einst hatten diese fünf Stadtstaaten eine politische und ökonomische Allianz an der südlichen Levanteküste gebildet, heute bekannt als Pentapolis (griechisch für "fünf Städte"). Ihre Bewohner waren am Ende der Spätbronzezeit aus der Ägäis gekommen – als Teil der seit dem 19. Jahrhundert als Seevölker bezeichneten Invasoren, ein Schrecken für die Mittelmeeranrainer.

Die Autoren der Bibel kannten diese Bezeichnung nicht und fassten die Vielzahl der ethnisch sicher verschiedenen Gruppen unter einem Namen zusammen: die Philister. Von Josua bis Jeremia galten diese den Propheten als unkultivierte Erzfeinde, und jedweder Kontakt war kriegerischer Natur. So etwa in der biblischen Geschichte über die Schlacht bei Eben-Eser: Die Philister siegen, erobern die Bundeslade und stellen sie obendrein im Tempel ihres Gottes Dagan in Aschdod auf. Später, nach der Schlacht auf dem Gilboa, liefern sie ein weiteres Beispiel ihrer Abscheulichkeit: Sie enthaupten Israels König Saul und dessen Söhne, dann drapieren sie die Leichen an der Stadtmauer von Beth Shean. ...

Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 4/2015

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft Spezial Archäologie - Geschichte - Kultur 4/2015

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