Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Telomere: Verkappte Gefahr

Chronischer Stress verkürzt die Schutzkappen unserer Chromosomen, die Telomere. Das lässt die Betroffenen schneller altern und erhöht unter anderem das Krebsrisiko.
Stress mit der ­Familie?Laden...

In der US-Filmkomödie "Liebe braucht keine Ferien" von 2006 spielt Cameron Diaz eine Frau, deren Leben aus den Fugen gerät. In dem Streifen lässt sich ihre Figur zu der Aussage hinreißen: "Schwerer Stress sorgt dafür, dass die DNA in unseren Zellen schrumpft, bis sie sich nicht mehr erneuern können. Wenn wir also gestresst sind, sehen wir zerknittert aus."
Für Hollywood gar nicht so daneben! Was Diaz mit DNA meint, sind genau genommen die Telomere – spezielle DNA-Abschnitte, die wie Schutzkappen an den Chromosomenenden liegen. Das Filmzitat spielt auf unsere 2004 veröffentlichte Entdeckung an, dass psychische Dauerbelastung zu verkürzten Telomeren führen kann. Wie Forscher inzwischen übereinstimmend nachwiesen, scheint chronischer Stress nicht bloß über Umwege mit dieser Schrumpfung verknüpft zu sein, sondern verursacht sie wahrscheinlich sogar.
Heute gelten beide Phänomene, Telomerverkürzung und Stress, unabhängig voneinander als Risikofaktoren für häufige Leiden wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ...

11/2013

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 11/2013

Kennen Sie schon …

6/2019 (November/Dezember)

Spektrum Psychologie – 6/2019 (November/Dezember)

Einfach leben, bewusst essen und genießen: Wie kann man das lernen? Über die Ursachen von Konsumexzessen und die Suche nach dem verlorenen Hunger.

Babys - Die ersten Monate

Spektrum Kompakt – Babys - Die ersten Monate

Sie sind aufregend, anstrengend und ein familiärer Ausnahmezustand: Die ersten Momente bis Monate nach der Geburt stellen das Leben aller Beteiligten auf den Kopf.

4/2019 (Juli/August)

Spektrum Psychologie – 4/2019 (Juli/August)

Atemyoga und Atemmeditation vertreiben Schlafstörungen, Stress und Schmerzen. Das entschleunigte Ein und Aus des Atems versetzt den Körper in eine Art Reparaturmodus.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen

Armanios, M., Blackburn, E. H.: The Telomere Syndromes. In: Nature Reviews Genetics 13, S. 693-704, 2012

Commission on Social Determinants of Health.: Closing the Gap in a Generation. World Health Organization. Genf, 2008

Entringer, S. et al.: Stress Exposure in Intrauterine Life is Associated with Shorter Telomere Length in Young Adulthood. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA 108, S. E513-E518, 2011

Epel, E. S. et al.: Accelerated Telomere Shortening in Response to Life Stress. In: Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA 101, S. 17312-17315, 2004

Honig, L. S. et al.: Association of Shorter Leukocyte Telomere Repeat Length With Dementia and Mortality. In: Archives of Neurology 69, S. 1332-1339, 2012

Jaskelioff, M. et al.: Telomerase Reactivation Reverses Tissue Degeneration in Aged Telomerase-Deficient Mice. In: Nature 469, S. 102-106, 2011

Mokdad, A. H. et al.: Actual Causes of Death in the United States, 2000. In: Journal of the American Medical Association 291, S. 1238-1245, 2004

Shalev, I. et al.: Exposure to Violence During Childhood is Associated with Telomere Erosion from 5 to 10 Years of Age: A Longitudinal Study. In: Molecular Psychiatry 18, S. 576-581, 2013

Surtees, P. G. et al.: Life Stress, Emotional Health, and Mean Telomere Length in the European Prospective Investigation into Cancer (EPIC)-Norfolk Population Study. In: Journal of Gerontology: Biological Sciences 66A, S. 1152-1162, 2011

Willeit, P. et al.: Fifteen-Year Follow-up of Association Between Telomere Length and Incident Cancer and Cancer Mortality. In: Journal of the American Medical Association 306, S. 42-44, 2011