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Telomere: Verkappte Gefahr

Chronischer Stress verkürzt die Schutzkappen unserer Chromosomen, die Telomere. Das lässt die Betroffenen schneller altern und erhöht unter anderem das Krebsrisiko.
Stress mit der ­Familie?

In der US-Filmkomödie "Liebe braucht keine Ferien" von 2006 spielt Cameron Diaz eine Frau, deren Leben aus den Fugen gerät. In dem Streifen lässt sich ihre Figur zu der Aussage hinreißen: "Schwerer Stress sorgt dafür, dass die DNA in unseren Zellen schrumpft, bis sie sich nicht mehr erneuern können. Wenn wir also gestresst sind, sehen wir zerknittert aus."
Für Hollywood gar nicht so daneben! Was Diaz mit DNA meint, sind genau genommen die Telomere – spezielle DNA-Abschnitte, die wie Schutzkappen an den Chromosomenenden liegen. Das Filmzitat spielt auf unsere 2004 veröffentlichte Entdeckung an, dass psychische Dauerbelastung zu verkürzten Telomeren führen kann. Wie Forscher inzwischen übereinstimmend nachwiesen, scheint chronischer Stress nicht bloß über Umwege mit dieser Schrumpfung verknüpft zu sein, sondern verursacht sie wahrscheinlich sogar.
Heute gelten beide Phänomene, Telomerverkürzung und Stress, unabhängig voneinander als Risikofaktoren für häufige Leiden wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ...

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  • Quellen

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Honig, L. S. et al.: Association of Shorter Leukocyte Telomere Repeat Length With Dementia and Mortality. In: Archives of Neurology 69, S. 1332-1339, 2012

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Surtees, P. G. et al.: Life Stress, Emotional Health, and Mean Telomere Length in the European Prospective Investigation into Cancer (EPIC)-Norfolk Population Study. In: Journal of Gerontology: Biological Sciences 66A, S. 1152-1162, 2011

Willeit, P. et al.: Fifteen-Year Follow-up of Association Between Telomere Length and Incident Cancer and Cancer Mortality. In: Journal of the American Medical Association 306, S. 42-44, 2011