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Geologie: 'Verlorene Stadt' am Meeresgrund



Bei der Untersuchung eines ungewöhnlich hohen submarinen Berges am Mit-telatlantischen Rücken bei 30 Grad Nord entdeckten amerikanische Forscher zufällig ein Feld mit den größten bisher bekannten hydrothermalen Vulkanschloten. Steilwandig und mit vielen zinnenartigen Spitzen ragen sie bis zu 55 Meter in die Höhe. Aktive Schlote erscheinen weiß, erloschene beige. 70° C heißes Wasser fängt sich unter langen Reihen zarter Simse (Bild). Wegen dieser imposanten Erscheinung tauften die Entdecker, die mit dem Forschungsschiff Atlantis und dem Tauchboot Alvin unterwegs waren, das Feld "The Lost City", die verlorene Stadt. Nicht nur auf Grund seiner ungewöhnlichen Größe ist es einmalig, sondern auch, weil es auf einer Ozeankruste ruht, die immerhin schon eine Million Jahre alt und damit ziemlich ausgelaugt ist. Dies erklärt wohl auch, warum mit dem Wasser eher ungewohnte Stoffe nach oben kommen: Die Schlote bestehen nicht wie bei den meisten anderen heißen submarinen Quellen aus Eisen- und Schwefelverbindungen, sondern aus Carbonat- und Silicatgestein. Ihre abweichende Zusammensetzung wiederum ist vermutlich der Grund dafür, dass sie nicht – wie sonst üblich – dicht von exotischen Tieren besiedelt sind. "Diese große Entdeckung erinnert uns daran, dass der Ozean noch viele Geheimnisse birgt", sagte Margaret Leinen von der amerikanischen National Science Foundation, mit deren Unterstützung die Expedition stattfand.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 3 / 2001, Seite 27
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
3 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 3 / 2001

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