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Wissenschaft und Religion: Versöhnung oder Trennung?

Die Forscher Lawrence M. Krauss und Richard Dawkins diskutieren, wie Wissenschaftler mit Religion umgehen können. Eine Debatte auch über den Kreationismus
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Krauss: Wir wollen darüber sprechen, was die primären Absichten eines Wissenschaftlers sind, der über Religion spricht oder schreibt. Ich frage mich, was wichtiger ist: die Unterschiede zwischen Wissenschaft und Religion dafür zu nutzen, um Wissenschaft zu lehren, oder zu versuchen, Religion an deren Stelle zu setzen. Ich neige eher dazu, mich auf das Erstere zu konzentrieren, und Sie wohl eher auf das Letztere. Ich sage dies, weil es – wenn jemand junge Menschen unterrichten will – klar sein sollte, dass er auf sie zugeht, dass er zu verstehen versucht, welchen Hintergrund sie haben, wenn er sie dazu »verführen« will, über Wissenschaft nachzudenken. Ich sage Lehrern oft, der größte Fehler läge in der Annahme, dass die Schüler von vornherein an ihren Lehrinhalten interessiert seien. Lehren ist in diesem Sinne verführen. Wenn man den Leuten hingegen sagt, dass ihre tiefsten Überzeugungen schlicht töricht seien – selbst wenn dies tatsächlich so wäre – und sie uns zuhören sollen, um die Wahrheit zu erfahren, so widerspricht dies elementaren pädagogischen Prinzipien. Wenn es stattdessen die vorrangige Absicht ist, Religion angemessen zu würdigen, dann mag es vielleicht hilfreich sein, die Leute zunächst zu schockieren, indem man ihre Glaubensgrundsätze in Frage stellt.

Dawkins: Dass ich Religion für schlechte Wissenschaft halte, während Sie denken, sie ergänze die Wissenschaft, heißt doch, dass wir uns in verschiedene Richtungen bewegen.
September 2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft September 2007

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