Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Wissenschaft und Religion: Versöhnung oder Trennung?

Die Forscher Lawrence M. Krauss und Richard Dawkins diskutieren, wie Wissenschaftler mit Religion umgehen können. Eine Debatte auch über den Kreationismus
Bild
Krauss: Wir wollen darüber sprechen, was die primären Absichten eines Wissenschaftlers sind, der über Religion spricht oder schreibt. Ich frage mich, was wichtiger ist: die Unterschiede zwischen Wissenschaft und Religion dafür zu nutzen, um Wissenschaft zu lehren, oder zu versuchen, Religion an deren Stelle zu setzen. Ich neige eher dazu, mich auf das Erstere zu konzentrieren, und Sie wohl eher auf das Letztere. Ich sage dies, weil es – wenn jemand junge Menschen unterrichten will – klar sein sollte, dass er auf sie zugeht, dass er zu verstehen versucht, welchen Hintergrund sie haben, wenn er sie dazu »verführen« will, über Wissenschaft nachzudenken. Ich sage Lehrern oft, der größte Fehler läge in der Annahme, dass die Schüler von vornherein an ihren Lehrinhalten interessiert seien. Lehren ist in diesem Sinne verführen. Wenn man den Leuten hingegen sagt, dass ihre tiefsten Überzeugungen schlicht töricht seien – selbst wenn dies tatsächlich so wäre – und sie uns zuhören sollen, um die Wahrheit zu erfahren, so widerspricht dies elementaren pädagogischen Prinzipien. Wenn es stattdessen die vorrangige Absicht ist, Religion angemessen zu würdigen, dann mag es vielleicht hilfreich sein, die Leute zunächst zu schockieren, indem man ihre Glaubensgrundsätze in Frage stellt.

Dawkins: Dass ich Religion für schlechte Wissenschaft halte, während Sie denken, sie ergänze die Wissenschaft, heißt doch, dass wir uns in verschiedene Richtungen bewegen.

Kennen Sie schon …

Spektrum - Die Woche – Einfach da sein

Wie kann man trauernden Menschen helfen, wenn einem selbst die Worte fehlen? Unsere Titelgeschichte zeigt, warum Beistand vor allem ehrlich sein muss und wie »Einfach da sein« hilft. Darüber hinaus: Das Interview mit Michael Succow über seinen Einsatz für den Naturschutz in der Wendezeit.

Spektrum der Wissenschaft – Der Ursprung des Lebens

Lebewesen gehören zu den komplexesten Strukturen, die das Universum hervorgebracht hat. Doch wie kann eine derart vielschichtige Maschinerie entstehen? Wir erläutern den aktuellen Stand der Forschung: wie unser Stoffwechsel aus geochemischen Prozessen hervorging und wie die Verschmelzung früher Urzellen den Weg zu komplexen Eukaryoten ebnete. Außerdem berichten wir über die Wiederkehr eines radikalen Ansatzes, der versucht, die Gravitation mit der Quantenphysik zu vereinen. Erfahren Sie, wie Computernetzwerke mit mathematischen Unendlichkeiten zusammenhängen, warum manipulierte Forschungsarbeiten durch KI rasant zunehmen – und welche Maßnahmen helfen könnten, diese Entwicklung zu stoppen.

Spektrum der Wissenschaft – Federn – Meisterwerk der Evolution

Der lautlose Flug der Eulen, Langstreckenrekorde von Zugvögeln, bunte Pracht für die Balz, Wärmedämmung und vieles mehr: Federn sind ein Meisterwerk der Evolution. Unsere Titelgeschichte nimmt Sie mit auf eine spannende Reise durch die Entwicklungsgeschichte von einer einfachen Hautstruktur zur hoch spezialisierten Vielfalt des Federkleids heutiger Vögel. Eine weitere Reise, aber mit einem Forschungsschiff, bietet der Beitrag »Am Puls des europäischen Klimas«. Das Ziel der Expedition in die raue Grönlandsee: Daten, die Modelle zur Zukunft der atlantischen Umwälzzirkulation (AMOC) verbessern sollen. Unser Autor Tim Kalvelage war dabei. Um die Forschung an Viren geht es in einem Gastbeitrag von Christian Drosten. Sogenannte Gain-of-function-Forschung verändert deren Eigenschaften – unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Mit Aufkommen der These, Sars-CoV-2 stamme aus solchen Experimenten, ist diese Forschung jedoch unter Druck geraten. Christian Drosten legt die Grundlagen und den Nutzen des Forschungsgebiets umfassend dar. Und Antje Boetius, Leiterin des Monterey Bay Aquarium Research Institute, beantwortet eine der großen Fragen der Wissenschaft: »Was lauert in der Tiefsee?«

Schreiben Sie uns!

1 Beitrag anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.