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Chemische Unterhaltungen

Fluoreszierende Farbspiele

Textmarker sind in Büros, Schulen und Universitäten allgegenwärtig. Doch sie eignen sich nicht nur zum Hervorheben von Textpassagen, man kann mit ihnen auch eindrucksvolle Experimente durchführen!
Textmarker Farbspiele

Anfang der 1970er Jahre gelang Günther Schwan­häußer ein Coup: Der Stiftefabrikant aus Heroldsberg bei Nürnberg erfand den Textmarker. Die Idee dazu kam ihm während einer Geschäftsreise in den USA. Er beobachtete, dass einige Studenten versuchten, Textpassagen mit einem farbigen Stift zu markieren, statt sie wie üblich zu unterstreichen. Die verwendeten Stifte waren dafür jedoch nur mäßig geeignet. Nachdem er in die Heimat zurückgekehrt war, ließ er in seiner Firma Schwan-Stabilo einen Marker entwickeln: Der Stabilo Boss war geboren. Längst haben zahlreiche andere Unternehmen wie Edding, Faber-Castell, Herlitz und Städtler Schwan­häußers Erfindung kopiert.

Textmarker enthalten Fluoreszenzfarbstoffe unterschiedlicher Klassen. Die Farbstoffe in der gelben Tinte eines Stabi­lo Boss etwa sind Abkömmlinge des aromatischen Moleküls Cumarin, das in Waldmeister und Zimt vorkommt, sowie von Stilben, einem ungesättigten Kohlenwasserstoff; andere Cumarin- und Stilbenderivate finden in Farbstofflasern oder als optische Aufheller in Tex­tilien Verwendung. Ebenfalls häufig in Textmarkern zu finden sind so genannte Xanthenfarbstoffe, beispielsweise im pinkfarbenen Leuchtmarker von Stabilo. Ein bekannter Vertreter dieser Klasse ist der rote Farbstoff Eosin Y, der unter anderem zum Anfärben von Zellen und als pH-In­­dikator genutzt wird …

März 2018

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft März 2018

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  • Quellen

Wöhrle, D. et al.: Photochemie. Wiley-VCH, Weinheim 1998

Zajonc, S., Ducci M.: Fluoreszenz - Experimentelle Leckerbissen mit Textmarkern. Praxis der Naturwissenschaften - Chemie in der Schule 63, S. 35-40, 2014

Zajonc, S. et al.: Der Springbrunnenversuch mit Fluoreszenzfarbenspiel aus Textmarkern. In: CHEMKON 21, S. 189-190, 2014