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Verzeihen: Ein Herz für Sünder

Wo immer Menschen zusammenleben, verletzen sie einander mit unbedachten Worten oder Taten – und oft fällt es schwer, das Geschehene hinter sich zu lassen. Dabei tut es uns meist gut, Groll und Ärger zu überwinden.
Süße Versuchung

Vom Ehepartner betrogen zu werden, ist an sich schon nicht angenehm. Für Hillary Clinton dürfte es noch um ein Vielfaches demütigender gewesen sein: Die Affäre ihres Mannes Bill, damals amtierender US-Präsident, wurde 1998 zur Staatsaffäre und machte monatelang Schlagzeilen. Doch die Ehe hielt. Der Grund, erklärte die ehemalige First Lady 2003 in ihren Memoiren, sei ihre seit Jahrzehnten andauernde Liebe.

Ob sie ihrem Bill wohl wirklich verziehen hat? Seine öffentliche Reue kam spät, Jahre nach der Affäre. Wie Clinton bedauern viele ihre Taten erst, wenn die Beweislage erdrückend ist: Da entschuldigt sich FC-Bayern-Boss Uli Hoeneß ­öffentlich für millionenschwere Steuersünden und Rad-Profi Lance Armstrong dafür, dass er ­gedopt hat. Auch der Heilige Stuhl gestand die Verfehlungen der katholischen Kirche nicht sofort ein: Obschon seit den 1990er Jahren weltweit immer wieder Fälle sexuellen Missbrauchs durch Kleriker bekannt wurden, bat der Papst die Opfer erst um Vergebung, als 2010 immer mehr Gläubige aus der Kirche austraten.

Jenseits des Rampenlichts haben wir keine PR-Krise zu fürchten, wenn wir einen Freund mit Worten verletzt oder den Partner hintergangen haben. Und doch bemühen wir uns dann meist um Schadensbegrenzung. Was motiviert uns in solchen Fällen dazu, Fehler einzugestehen und um Entschuldigung zu bitten? ...

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