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Viele Mütter hat das Pferd



Gemeinhin wird die Domestikation des Pferdes den Mongolen zugeschrieben. Auf ihren Eroberungszügen durch Europa und Asien hätten sie das Haustier verbreitet. Ein Vergleich von DNA in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, lassen daran Zweifel aufkommen (Science, 19. Januar 2001). Diese Erbsubstanz wird nur von der Mutter an ihre Nachkommen weitergegeben und sollte sich bei Abstammung von einer kleinen Gruppe von Vorfahren sehr ähneln. Carles Vilà und Hans Ellgren von der Universität Uppsala untersuchten DNA-Proben von 191 reinrassigen Pferden, darunter auch vom Przewalski-Pferd, einer Schwesterart der Wildpferde. Sie verglichen die Daten mit 12000 Jahre alten aDNA-Proben aus der Permafrostregion Alaskas und bis zu 2000 Jahre alten aus archäologischen Fundstätten in Estland und Schweden. Genetisch waren diese alten DNA-Sequenzen so variabel wie die heutiger Tiere. Das Pferd als Haustier hat viele Vorfahren, ist also an mehreren Orten entstanden.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 4 / 2001, Seite 94
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
4 / 2001

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 4 / 2001

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