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Evolution: Viele Wege führen zur Intelligenz

Der Mensch stammt weder vom Affen noch von den Fischen ab, sondern sie alle haben sich aus gemeinsamen Vorfahren entwickelt. Ebenso sind intelligente Gehirne auf verschiedenen Wegen unabhängig voneinander entstanden. Die verblüffenden Fähigkeiten von Tintenfischen, Krähen und Schildkröten liefern den Beweis.
Baum des Lebens
"Der hat sicher wieder bloß mit seinem Reptiliengehirn gedacht." Solche Formulierungen sind immer wieder zu hören – beispielsweise über bestimmte Politiker. Sie entspringen der Vorstellung, wir hätten einen ursprünglichen Teil unseres Gehirns von Reptilienvorfahren geerbt, und dieser sei vor allem für Aggression und "niedere Instinkte" verantwortlich.
Darin spiegelt sich ein weit verbreiteter Irrglaube wider: Die Evolution des Gehirns war kein linearer Prozess, der in den beeindruckenden kognitiven Leistungen der Menschen gipfelte. Auch repräsentieren die Hirne anderer heutiger Arten nicht lediglich frühere Entwicklungsstadien. Während der letzten 30 Jahre haben vergleichende Neuroanatomen herausgefunden, dass komplexe Nervensysteme – und damit auch Intelligenz – mehrfach und unabhängig voneinander in getrennten Abstammungslinien entstanden sind ...

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Spektrum Kompakt – Entstehung des Lebens

Auf der Suche nach den Anfängen des Lebens sind viele Spuren verwischt. Sichere Aussagen über ursprüngliche Stoffwechselabläufe oder die Gründe der Molekül-Händigkeit fallen also schwer. Jedoch verstecken sich in Tiefsee und Weltall Hinweise darauf, wie das Leben auf der Erde entstanden sein könnte.

Spektrum - Die Woche – Wie Psychopharmaka das Gehirn verändern

Wie wirken Antidepressiva, Neuroleptika und Psychostimulanzien auf das Gehirn? Psychopharmaka bringen schnelle Linderung bei psychischen Störungen, doch die langfristigen Folgen auf unser Denkorgan sind noch nicht ausreichend erforscht. Außerdem: Süßwasser unter dem Meer. Ein Weg aus der Wassernot?

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Helfen Menschen einander, wenn sie sich in Lebensgefahr befinden – oder ist sich jeder selbst der Nächste? Neue Forschungsergebnisse belegen: Ausgerechnet bei tödlicher Gefahr verhalten sich Menschen meistens erstaunlich altruistisch. Außerdem im Heft: Die Schlafforschung interessiert seit Langem, wozu unser Gehirn komplexe Traumwelten erzeugt. Auch im Tierreich suchen sie nach Antworten: unter anderem bei Tintenfischen, Tauben und Spinnen. Bei vielen neuropsychiatrischen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Huntington leidet der Geruchssinn als Erstes. Weshalb ist das so, und lässt sich das diagnostisch nutzen? Selbstverletzung erfüllte über die Jahrtausende hinweg wahrscheinlich verschiedenste Zwecke, vom Stressabbau bis hin zu religiösen Zwecken. Sexfilme sind online immer, überall und anonym abrufbar. Manche Konsumenten verlieren da die Kontrolle. Wie kann man diesen Süchtigen helfen?

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Quellen

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