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Medizin: Virtueller Arm lindert Phantomschmerzen

Eine neue Therapiemethode könnte Phantomschmerzen bei Amputierten wirksam lindern. Forscher von der Chalmers University of Technology in Göteborg (Schweden) testeten das Verfahren erfolgreich an einem 72-Jährigen, dem 1965 der rechte Arm unterhalb des Ellbogengelenks abgetrennt worden war. Seither hatte der Patient an Phantomschmerzen gelitten, die sich trotz verschiedenster Therapieversuche nicht beherrschen ließen.

Das Team präsentierte dem Mann auf einem Computermonitor ein Abbild seiner selbst, mit einem kompletten virtuellen Arm an Stelle der verlorenen Gliedmaße. Mit Hilfe von Elektroden auf der Haut registrierten die Wissenschaftler dann myoelektrische Impulse im Armstumpf – die elektrischen Signale also, mit denen der Mann seine Muskeln koordiniert. Ein Computer registrierte die Impulse und setzte sie in entsprechende Bewegungen des virtuellen Arms auf dem Monitor um. So konnte der Patient die künstliche Gliedmaße nach Belieben dirigieren. Zudem bekam er die Aufgabe, mittels solcher Phantombewegungen ein Auto in einem Computerspiel zu steuern.

18 Wochen lang ließen die Forscher den Patienten mindestens einmal pro Woche trainieren. Während dieser Zeit reduzierte sich der Phantomschmerz deutlich, bis der Mann erstmals auch schmerzfreie Momente erlebte. Die Gründe hierfür sind unklar – eine Rolle spielt wahrscheinlich das Reaktivieren von Hirnarealen zur Bewegungssteuerung, aber auch das Training der Muskeln im Armstumpf. Als Nächstes wollen die Wissenschaftler ihr Verfahren an weiteren Betroffenen testen.

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