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Biologie: Vögel kategorisieren Farben

Der Mensch teilt Farben in Kategorien wie Rot oder Gelb ein. Nun zeigt sich: Auch Vögel nehmen das Spektrum auf solche Weise wahr – und das be­einflusst, wie gut sie einzelne Farbtöne voneinander unterscheiden können.
Zebrafink

Die stete Flut an Sinneseindrücken würde uns überwältigen, hätten wir nicht die Fähigkeit, sie sinnvoll zu filtern und einzuordnen. Die Farbwahrnehmung ist dafür ein gutes Beispiel: Beim Pflücken von Erdbeeren unterscheiden wir dank ihr ganz selbstverständlich unreife Früchte von reifen. Jetzt haben Forscher um Eleanor Caves und Patrick Green von der Duke University im US-amerikanischen Durham herausgefunden, dass auch Zebrafinken so eine Einteilung vornehmen können. Die Vögel nehmen das Kontinuum von Farben als klar abgegrenzte Kategorien wahr, und das wiederum beeinflusst, wie sie zwischen ähnlichen Nuancen differenzieren.

Obwohl wir Menschen in der Lage sind, die verschiedenen Rottöne mehr oder weniger reifer Erdbeeren zu unterscheiden, neigen wir dazu, bestimmte Schattierungen zu verallgemeinern und dann als gleichwertig zu behandeln. Farben mit jeweils identischem Abstand auf der Farbskala zueinander können wir deswegen einfacher auseinanderhalten, wenn sie in zwei separate Kategorien fallen – etwa Rot und Orange –, als wenn sie derselben Gruppe angehören. Dieses Phänomen heißt kategoriale Farbwahrnehmung, und Forscher hatten zuvor bereits herausgefunden, dass Vögel zumindest über die nötigen Voraussetzungen dafür verfügen ...

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  • Quelle

Caves, E. M., Green, P. A. et al.: Categorical Perception of Colour Signals in a Songbird. In: Nature 560, S. 365–367, 2018