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Verhaltensforschung: Vogel mit Handwerkstalent

Goffinkakadus (Cacatua goffiniana) sind besonders clever, wenn es um Werkzeug­gebrauch geht: Die Tiere sind offenbar dazu in der Lage, das gleiche Werkzeug gezielt aus unterschiedlichen Materialien herzustellen. Das beobachteten Forscher um Alice Auersperg von der Universität Wien.

Sie präsentierten den Vögeln leckeres Futter, das außer Reichweite lag, und verschiedene Hilfsmittel, mit denen sie es zu sich holen konnten: ein Stück Lärchenholz, mit dem die Tiere bereits vertraut waren, einen Buchenzweig mit zahlreichen Blättern, etwas Bienenwachs oder ein einfaches Stück Pappkarton. Wie sich zeigte, gelang es den Tieren problemlos, aus drei dieser vier Materialien einen langen Stock zu fertigen, mit dem sie anschließend an das Futter gelangen konnten. So entfernten sie etwa die Verzweigungen und die Blätter von dem Buchenzweig oder bissen mit ihrem Schnabel gekonnt einen Streifen aus dem Pappkarton heraus. Lediglich für das Bienenwachs fiel keinem der getesteten Tiere eine sinnvolle Verwendung ein.

Forscher gehen davon aus, dass Goffinkakadus in freier Wildbahn keine Werkzeuge benutzen. Zumindest konnte man sie bislang noch nicht dabei beobachten. Manche Exemplare legten allerdings in Gefangenschaft ein beachtliches handwerkliches Talent an den Tag. Ob die Tiere wirklich wussten, was sie da taten, war jedoch unklar: Es hätte auch sein können, dass sie schlicht durch Zufall entdeckten, welche Vorteile manche Gegenstände auf Grund ihrer speziellen Form bieten. Die Studie von Auersperg und ihren Kollegen widerlegte nun diese Zufallshypothese.

2/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 2/2017

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  • Quellen
Biol. Lett. 10.1098/rsbl.2016.0689, 2016