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Titelthema: Spätantike: »Voll der Lehren Platos«

Unter dem Sassaniden Chosrau I. erreichte das letzte persische Großreich des Altertums im 6. Jahrhundert n. Chr. seine Blüte – politisch, militärisch und kulturell.
Als Chosrau I. im September 531 seinem Vater Kavadh auf den Thron folgte, trat er ein schweres Erbe an. Kurz zuvor hatte ein Aufstand der Mazdakiten den Staat an den Abgrund eines Bürgerkriegs geführt. Die Anhänger des Sozialreformers und Religionsstifters Mazdak wollten die Forderung ihres Propheten nach einer gleichmäßigen Verteilung aller Besitztümer offenbar mit Gewalt durchsetzen. Sie scheiterten, doch das Reich war zerrüttet, die Aristokratie geschwächt, die Geistlichkeit verunsichert.

Der neue König erkannte die Chance, die ihm die Krise bot. Er entmachtete den entkräfteten Hochadel und den Klerus vollends. Zum einen ersetzte er den Hofstaat seines Vaters durch nur ihm ergebene Würdenträger, die er zum Großteil nicht aus den Familien des Adels wählte. Zum anderen enteignete er die Hoch­aristokratie teilweise und machte ihren Grundbesitz zu seinem Privateigentum. Außerdem setzte er soziale und politische Reformen durch, die hauptsächlich dem niederen Adel zugutekamen. Alle Maßnahmen zielten darauf ab, den Zentralstaat auszubauen und die Stellung des Monarchen zu stärken.
02/09

Dieser Artikel ist enthalten in epoc 02/09

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