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Informatik: Vom Abakus zum Internet

Die Geschichte der Informatik
Primus, Darmstadt 2001. 287 Seiten, € 29,90


Der "Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe" (RGW) der sozialistischen Länder unternahm in den siebziger Jahren eines "der größten Projekte in der bis dahin 20-jährigen Geschichte": den Nachbau der Computerfamilien IBM/360 und 370, die im Original wegen der damals geltenden Exportrestriktionen kaum zu beschaffen waren. Den sozialistischen Originalton, in dem der Autor diese heroischen Bemühungen preist, habe ich schon lange nicht mehr gehört – und viele Einzelheiten gelernt, denn davon haben die Wessis damals nicht viel mitbekommen.

Von diesem einen Kapitel abgesehen, präsentiert Friedrich Naumann, der an der Bergakademie Freiberg studiert hat und seit 1993 Professor für Wissenschaftsgeschichte in Chemnitz ist, allerdings nur Dutzendware, und das in einer merkwürdig steifen Bürokratensprache. Abakus und andere mechanische Rechenhilfen müssen herhalten, den Beginn der Informatik in möglichst graue Vorzeiten zu verlegen. Klassische Elektrotechnik füllt viele Seiten – ja, ein Computer ist auch ein Elektrogerät und zählt den Telegrafen zu seinen entfernten Vorfahren. Nach 200 Seiten Vorgeschichte und Hardware kommen gerade noch 26 Seiten zu Software aller Art und 16 zum World Wide Web einschließlich der Vorläufer.

Das ist noch nicht "die" Geschichte der Informatik.

Aus: Spektrum der Wissenschaft 3 / 2002, Seite 108
© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH
3 / 2002

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum der Wissenschaft 3 / 2002

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