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Geheime Kulte der Antike: Isis: Von der Königsmacherin zur Universalgöttin

Zaubermächtig sei die Göttin Isis, so glaubten die Ägypter, selbst den Tod könne sie überwinden. Von Griechen und Römern gleichermaßen verehrt, entwickelte sich um sie ein antiker Mysterienkult, der seinen Anhängern ein gutes Leben im Diesseits wie im Jenseits verhieß
Magisch wirkende Hieroglyphen, rätselhafte Götter, denen gleichzeitig Tier- und Menschengestalt eigen war, die größten Grabmonumente auf Erden – Griechen und Römer waren von Ägypten fasziniert. Vor allem die Göttin Isis übte eine große Anziehungskraft aus. Mit der Übernahme der Regierungsgewalt durch die Ptolemäer gegen Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. avancierte die Gottheit gar zur Integrationsfigur, der Ägypter wie Griechen gleichermaßen huldigten. Als der Nilstaat zur Kornkammer des römischen Impe­riums wurde, reichte ihre Verehrung bis über dessen Grenzen des hinaus.

Isis ist die griechische Form des ägyptischen Namens Aset. Der bedeutet »Thron«, galt die Göttin doch im Wortsinn als Thron ihres Sohnes Horus, der demgemäß oft auf ihrem Schoß sitzend abgebildet wurde (siehe Bild rechts). Seit jeher umgab sie eine Aura des Geheimnisvollen. So soll ihr Bruder und Gemahl Osiris den Sohn gezeugt haben – nach seiner Ermordung. Der rivalisierende Seth, in der ägyptischen Mythologie die Verkörperung des Bösen, hatte ihn in eine Falle gelockt, getötet und in Stücke zerrissen. Doch der zaubermächtigen Isis gelang das Unvorstellbare: Sie fügte die Teile wieder zusammen und verlieh Osiris neues Leben, allerdings nur für ein Dasein als König im Totenreich.

Isis ist die griechische Form des ägyptischen Namens Aset. Der bedeutet »Thron«, galt die Göttin doch im Wortsinn als Thron ihres Sohnes Horus, der demgemäß oft auf ihrem Schoss sitzend abgebildet wurde. Seit jeher umgab sie eine Aura des Geheimnisvollen. So soll ihr Bruder und Gemahl Osiris den Sohn gezeugt haben – nach seiner Ermordung. Der rivalisierende Seth, in der ägyptischen Mythologie die Verkörperung des Bösen, hatte ihn in eine Falle gelockt, getötet und in Stücke zerrissen. Doch der zaubermächtigen Isis gelang das Unvorstellbare: Sie fügte die Teile wieder zusammen und verlieh Osiris neues Leben, allerdings nur für ein Dasein als König im Totenreich. …
05/11

Dieser Artikel ist enthalten in epoc 05/11

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Weiterführende Literatur:

Bommas, M.: Heiligtum und Mysterium. Griechenland und seine ägyptischen Gottheiten, Philipp von Zabern, Mainz 2005

Bowden, H. Mystery Cults in the Ancient World, Princeton University Press, London 2010

Merkelbach, R. Isis regina - Zeus Sarapis, Die griechisch-ägyptische Religion nach den Quellen dargestellt, De Gruyter Saur, München 2001