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Mittelalter: Von wegen Heimchen am Herd

Im Spätmittelalter war Köln eine blühende ­Handels­metropole – nicht zuletzt dank der un­gewöhnlich fortschrittlichen Gesinnung seiner Einwohner: Nirgends sonst in Deutsch- land etablierten sich Frauenzünfte.
Die Gespräche der Weberinnen verstummten, als Fygin Lutzenkirchen den Raum betrat. Sie war Aufmerksamkeit gewohnt, immerhin galt sie als eine der mächtigsten Frauen Kölns. Ihr Ansehen verdankte die Mutter von fünf Kindern ihrem unternehmerischen Können und vor allem ihrer Handwerkskunst: dem Seidenweben. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Peter betrieb sie eine der größten Seidenwerkstätten der Stadt – mit internationalem Erfolg. Ihre edlen Gewebe gehörten zu den Exportschlagern Kölns, sie fanden Abnehmer in ganz Europa.

Fygin lebte vor rund 500 Jahren. Erstaunlich viele Quellen zeugen von ihrem Leben. Sie lassen vermuten, dass ihre Biografie – gemessen an spätmittelalterlichen Maßstäben – recht außergewöhnlich verlaufen ist. Denn im Unterschied zu den Bürgerinnen anderer deutscher Städte genossen die Kölnerinnen viele Sonderrechte. Zwar blieben sie wie alle Frauen (und die meisten Männer) in den Städten des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation von politischen Ämtern ausgeschlossen, aber sie konnten selbstständig Gewerbe und Handel treiben, Verträge schließen, Gutachten über die Qualität von Waren erstellen, Vormund sein und Testamentsvollstrecker …
02/09

Dieser Artikel ist enthalten in epoc 02/09

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Literaturtipp

Franken, I.: Frauen in Köln. Der historische Stadtführer, J. P. Bachem, Köln 2008, 304 S.