Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.
Visuelle Stabilität: Augenblicke des Nichts
Bis zu dreimal pro Sekunde bewegen wir unsere Augen. Dennoch erscheint die Umwelt vollkommen ruhig und stabil – dank eines trickreichen Mechanismus des Gehirns.
Die Funktion des menschlichen Auges demonstrieren Biologielehrer ihren Schülern gerne anhand einer Videokamera. Wie unser Sehorgan besitzt sie eine Linse zum Fokussieren, und das projizierte Bild der Umwelt landet spiegelverkehrt auf lichtempfindlichen Sensoren, die den Sinneszellen unserer Netzhaut entsprechen. Eine Blende, beim Auge die Iris, reguliert den Lichteinfall. Doch in einem Punkt hinkt der Vergleich: Würden wir eine laufende Kamera so ruckartig und schnell bewegen, wie wir unsere Blicke springen lassen, wäre auf dem Film nicht viel zu erkennen – allenfalls ein verwackeltes und unscharfes Flimmern. Durch unsere Augen betrachtet wirkt die Umgebung dagegen klar und stabil. Wie ist das möglich? Ein simples Experiment liefert die Antwort. Stellen Sie sich vor einen Spiegel und fixieren Sie mal das eine, dann das andere Auge, immer im Wechsel. Versuchen Sie, Ihre Pupille dabei zu beobachten, wie sie sich bewegt. Sie werden schnell merken: Es funktioniert nicht! Es ist nicht möglich, sein eigenes Auge in Bewegung zu sehen. Jemand, der Ihnen während dieses Selbstversuchs über die Schulter schaut, kann Ihre Blicksprünge dagegen sehr wohl verfolgen. Für die Dauer dieser schnellen Augenbewegungen, so genannter Sakkaden, sind wir offenbar blind; binnen Bruchteilen einer Sekunde löscht irgendein Mechanismus das verschmierte Bild auf unserer Netzhaut einfach aus ...
Spektrum Geschichte – Zeitrechnung – Der Mönch, der das Jahr 1 erfand
Vor 1500 Jahren suchte die Kirche nach einer einheitlichen Berechnung des Osterdatums. Auf dem Weg zur Lösung legte der Mönch Dionysius Exiguus fast nebenbei die Basis unserer heutigen Jahreszählung fest. Außerdem: Amelia Earharts Spuren im Pazifik, der älteste Kunststoff der Welt und mehr.
Spektrum - Die Woche – Vor dem Tod sind wir high
Warum stellt unser Körper die psychedelische Substanz DMT her, die Ayahuasca seine halluzinogene Wirkung verleiht? Die Forschung hierzu nimmt wieder Fahrt auf. Außerdem in »Die Woche«: ChatGPT löst ein Matheproblem, wie Zeit langsamer vergeht und mehr.
Gehirn&Geist – Licht - Wie es unser Denken beflügelt
Wenn die dunkle Jahreszeit beginnt, machen wir es uns gern mit Lichterketten und Kerzen gemütlich. Dabei hellt Licht nicht nur die Stimmung auf: Dank seines Einflusses auf die Hirnfunktion kann das Denken profitieren. Daneben berichten wir, wie Einzelkinder wirklich sind, oder wie Blase und Gehirn beim Urinieren zusammenarbeiten und was es mit dem Harndrang auf sich hat. Unser Artikel über Sigmund Freund widmet sich der unrühmlichen Geschichte der Psychologie und Psychotherapie unterm Hakenkreuz. Im Interview gibt die Psychologin Gilda Giebel Einblicke in den Alltag in der Sicherungsverwahrung. Sie behandelte dort als systemische Therapeutin die brutalsten Männer Deutschlands.
Schreiben Sie uns!
Beitrag schreiben