Direkt zum Inhalt
Login erforderlich
Dieser Artikel ist Abonnenten mit Zugriffsrechten für diese Ausgabe frei zugänglich.

Historische Astronomie: Warum die Tage länger werden

Jahrtausendealte Aufzeichnungen von Sonnen- und Mondfinsternissen belegen: Unser Globus dreht sich immer langsamer. Grund ist die Gezeitenreibung, deren Einfluss aber durch andere Faktoren abgemildert wird.
Der Lauf der Sonne galt lange Zeit als verlässlichster Anhaltspunkt für die Messung der Zeit: Wenn sie wieder ihren höchsten Stand an der Himmelskugel erreichte, war genau ein Tag vorüber. Doch die so gemessenen Tage sind keineswegs alle gleich lang, denn die Erde rotiert mit nachlassendem Tempo um ihre Achse. Die Folge: Die Tageslänge wächst um 1,7 Millisekunden – pro Jahrhundert. Eine winzige Veränderung zwar, die aber für grundsätzliche Aspekte der Zeitmessung ebenso relevant ist wie für die Erforschung der Prozesse, die die Drehung der Erde abbremsen. Erstaunlicherweise sind es historische Aufzeichnungen über Sonnenund Mondfinsternisse bis zurück in die Zeit um 700 v. Chr., denen wir diese Information verdanken.

Als Basiseinheit der Zeitmessung in der Antike diente der »wahre Sonnentag«. Diese Zeitspanne zwischen zwei Meridiandurchgängen des Zentralgestirns ließ sich einfach an einer Sonnenuhr ablesen. Doch er ist alles andere als konstant. Weil die Bahn der Erde um die Sonne elliptisch und die Rotationsachse der Erde gegen ihre Umlaufbahn geneigt ist, wandert die Sonne nicht mit gleichmäßiger Geschwindigkeit über den Himmel.

Diesen Effekt kannte zwar schon der alexandrinische Gelehrte Claudius Ptolemäus.

Kennen Sie schon …

Sterne und Weltraum – Explosion in Andromeda – Die Supernova von 1885

Die Supernova S Andromedae, die sich außerhalb unserer Galaxis in einer Entfernung von rund 2,5 Millionen Lichtjahren in der Andromedagalaxie ereignete, wurde von dem Astronomen Ernst Hartwig schon im Jahr 1885 entdeckt. Er schrieb damit Astronomiegeschichte. Heute setzen Instrumente wie das neue 4MOST Maßstäbe für die Forschung. Es kann mehr als 2000 Objekte am Himmel gleichzeitig ins Visier nehmen – Sternbeobachtung von den Anfängen bis ins digitale Zeitalter. Darüber hinaus: Schwarze Löcher, die nach dem Verschlingen eines Sterns nach einiger Zeit im Radiobereich wieder aufleuchten, die Geburt eines weißen Zwerges durch eine Sternkollision sowie unser Praxistipp zur Beobachtung des Südhimmels mit Remote-Teleskopen von zu Hause aus.

Spektrum - Die Woche – Astronomische Ereignisse des Jahres 2026

Spektrum - Die Woche – Bei Dauerstress lässt das Gehirn den Körper altern

Stress macht nicht nur müde – das Gehirn lässt den Körper bei Dauerstress auch schneller altern. In »Die Woche« erfahren Sie, wie das Gehirn als »Alterungsmanager« fungiert, warum Pinguine einst lange Schnäbel hatten und welche Risiken die versenktee Atommüllfässer im Atlantik bergen.

Schreiben Sie uns!

1 Beitrag anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.