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Anthropologie: Warum Menschen nackt sind

Neue Forschungen beleuchten, wann und warum der Mensch vor Jahrmillionen sein Fell verlor. Offenbar verschaffte ihm seine Nacktheit zunächst eine bessere Kondition in einer veränderten Umwelt, später förderte sie seine weitere Evolution – vor allem die des Gehirns.
Haut
Nur ein Primat trägt nackte Haut: der Mensch. All unseren Affenverwandten wächst wie den meisten Säugetieren ein Fell, ob der samtig schwarze Pelz der Brüllaffen oder das kupferrote wallende Kleid der Orang-Utans. Ganz verzichten zwar auch wir nicht auf Haare – doch abgesehen von wenigen Körperpartien sind sogar stark behaarte Individuen im Vergleich zu Affen ziemlich kahl.

Wieso und wann verlor der Mensch sein Fellkleid? Die Frage beschäftigt kluge Köpfe seit Langem. Aber immer noch fällt die Antwort darauf nicht leicht. An schon entdeckten Fossilien können Paläoanthropologen zwar die meisten entscheidenden Evolutionsschritte für den menschlichen Körperbau ganz gut ablesen, so auch das Auftreten des aufrechten Gangs. Hautabdrücke sind jedoch bisher bei keinem der Funde überliefert.

In letzter Zeit erkannten Forscher zumindest, dass ihnen die Hominidenfossilien wenigstens indirekt einigen Aufschluss über die Evolution unserer Haarlosigkeit geben. Auch Physiologen und Genomforscher liefern hierzu seit etwa zehn Jahren Anhaltspunkte. Diese Erkenntnisse haben einige Kollegen und ich zusammengetragen. Die verschiedenen Befunde erlauben bereits einen recht guten Einblick, warum – und wann ungefähr – Hominiden ihr Fell verloren. Das hier gezeichnete Szenario besagt jedoch noch mehr: Offenbar stellte nackte Haut geradezu eine entscheidende Voraussetzung für andere menschentypische Errungenschaften dar: auch für unser großes Gehirn sowie die Sprache. Wozu benötigen die anderen Primaten überhaupt ihr Haarkleid? Bekanntlich zählt ein Fell zu den besonderen Merkmalen der Säugetiere. Nirgends sonst im Tierreich kommt solch eine Hülle vor...

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