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Selbstbild: »Sich zu über­höhen, ist gesund«

Michael Dufner von der Universität Leipzig hat erforscht, wie gut Menschen sich selbst kennen. Sein Fazit: Ein großes Ego kann im Leben durchaus hilfreich sein.
Michael Dufner

Herr Dr. Dufner, wie täuschen wir uns über uns selbst?

Jeder weiß aus dem eigenen Alltag, wie sehr Menschen oft bemüht sind, sich in einem guten Licht darzustellen. Obwohl wir vermutlich die einzigen Lebewesen sind, die sich ein realistisches Bild von sich selbst machen können, neigen wir dazu, uns etwas vorzumachen. Wie Studien belegen, treiben wir sogar ziemlich großen Aufwand, um unsere Wahrnehmung dem eigenen positiven Selbstbild anzupassen.

Inwiefern?

Nun, wir achten häufig zum Beispiel sehr selektiv auf das, was uns in unseren Ansichten bestätigt. Halte ich mich für intelligent oder humorvoll, erinnere ich mich eher daran, wie ich ein kniffeliges Problem löste oder andere zum Lachen brachte – und übersehe solche Momente, in denen ich mich dumm anstellte oder sich ­niemand über meinen Witz amüsierte. Solche Bestätigungsfehler helfen uns, ein stabiles positives Selbstbild aufrechtzuerhalten …

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  • Quellen

Dufner, M. et al.: Self-enhancement and psychological adjustment: A meta-analytic review. Personality and Social Psychology Review 23, 2019

Green, J. D. et al.: Self-enhancement, righteous anger, and moral grandiosity. Self and Identity 8, 2019

Humberg, S. et al.: Enhanced versus simply positive: A new condition-based regression analysis to disentangle effects of self-enhancement from effects of positivity of self-view. Journal of Personality and Social Psychology 114, 2018

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