Direkt zum Inhalt

Neurowissenschaft: Warum träumen wir?

Gut ein Viertel unseres Lebens verbringen wir im Traum. Haben ​die flüchtigen Bilder und Szenen eine Funktion, oder sind es nur Leerlauf­produkte des Gehirns? Neue Forschungsergebnisse weisen auf wichtige Aufgaben des nächtlichen Kopfkinos hin.
PolysomnografieLaden...

Viele Träume wirken wie ein buntes Sammelsurium von zusammenhanglosen Szenen – eine sinnlose Abfolge von Erlebnissen, Eindrücken und Gefühlen. Seit über 100 Jahren möchten Psychologen und Neurowissenschaftler die Gedankenwelt im Schlaf ergründen. Doch nach wie vor ist das schwierig, und zwar nicht nur wegen der oft mangelnden Logik von Träumen, sondern vor allem auch deswegen, weil es meistens nicht möglich ist, mit dem Schlafenden zu kommunizieren.

Um doch Blicke hinter diesen Vorhang zu erhaschen, kombinieren Forscher verschiedenste Messungen. Während einer solchen Polysomnografie werden zugleich mit einem EEG – den am Schädel abgegriffenen Hirnströmen – eine Reihe anderer Verhaltens- und physiologischer Parameter aufgezeichnet, darunter Augenbewegungen, Muskeltonus, Herzrhythmus und Atemvolumen sowie Bewegungen der Finger und Gliedmaßen. Bereits vor über 50 Jahren stellte sich hierdurch heraus, dass die einzelnen Schlafzyklen grob aus zwei verschiedenen Phasen bestehen: aus Abschnitten mit eher langsamen, großen Hirnwellen, die sich ihrerseits in mehrere Leicht- und Tiefschlafstadien gliedern; und Episoden des so genannten paradoxen Schlafs mit schnellen, niedrigen Wellen, der wegen der dabei auftretenden raschen Augenbewegungen (englisch: rapid eye movements) auch REM-Schlaf heißt. Die Abschnitte mit langsamen Wellen werden demgegenüber NichtREM-, NREM- oder orthodoxer Schlaf genannt. Zunächst hieß es, Träume würden nur während des paradoxen Schlafs auftreten. Das ist längst widerlegt. ...

Kennen Sie schon …

20/2021

Spektrum - Die Woche – 20/2021

Varianten von Sars-CoV-2 treiben in vielen Ländern neue Corona-Wellen an. Woher kommen sie? Außerdem in dieser Ausgabe: Fliegen statt Fahren auf anderen Planeten.

Sieh mich an - Was unser Gesicht verrät

Spektrum Kompakt – Sieh mich an - Was unser Gesicht verrät

Freude oder Wut, Trauer, Glück oder Ekel: Unser Gesicht verrät viel über unser aktuelles Innenleben, bei manchen Menschen mehr, bei anderen weniger. Doch wie verlässlich sind die Interpretationen wirklich?

12/2020

Gehirn&Geist – 12/2020

In dieser Ausgabe beschäftigt sich Gehirn&Geist mit Schmerz und dessen Wahrnehmung zwischen Leid und Lust. Außerdem im Heft: Lernen und kognitive Belastung, Traumwelt von Blinden, Kinder und die Corona-Pandemie, Ignoranz.

Lesermeinung

2 Beiträge anzeigen

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen und Literaturtipps

Andrillon, T. et al.: Single-Neuron Activity and Eye Movement During Human REM Sleep and Awake Vision. In: Nature Communications 6, S. 1 – 10, 2015

Arnulf, I.: Une fenetre sur les reves. Editions Odile Jacob, 2014

Arnulf, I. et al.: Will Students Pass a Competitive Exam that They Failed in Their Dreams? In: Consciousness and Cognition 29, S. 36 – 47, 2014

Horikawa, T. et al.: Neural Decoding of Visual Imagery During Sleep. In: Science 340, S. 639 – 642, 2013